Coronavirus

Impfstoff „im Idealfall mit Anfang kommenden Jahres"

Das sagt der US-Regierungberater und Immunologe Anthony Fauci bezüglich des Kampfes gegen Sars-Cov-2. Schneller als zu Beginn der Krise von ihm selbst angenommen, wird damit ein schon 2021 möglicher Imfpstoff in den Raum gestellt. „Ich kann das aber nicht garantieren“, schränkte Fauci am Donnerstagabend (Ortszeit) im US-Sender CNN ein. Es gebe zahlreiche Unsicherheitsfaktoren, die einen Impfstoff verzögern könnten.

red/Agenturen

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor bestätigt, dass es eine „Operation Warp-Geschwindigkeit“ seiner Regierung gebe, die eine beschleunigte Entwicklung eines Impfstoffes zum Ziel habe. Der Name des Projekts geht auf den fiktiven „Warp-Antrieb“ in der Serie „Raumschiff Enterprise“ zurück. Die „Enterprise“ kann damit im Fernsehen schneller als Lichtgeschwindigkeit fliegen. Fauci hatte Ende Februar prognostiziert, die Entwicklung eines Impfstoffs werde zwischen einem Jahr und 18 Monaten dauern.

Fauci ist einer der prominentesten Experten der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Der Immunologe warnte US-Bundesstaaten am Donnerstag davor, vorschnell Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zu lockern. In solchen Regionen drohe eine erneute Zunahme von Infektionsfällen, sagte er CNN. Dann gäbe es fast keine Alternative dazu, die Schutzmaßnahmen wieder zu verschärfen.

Remdesivir mit Potential, Flop Hydroxychloroquin

Der US-Konzern Gilead Sciences gab indes bekannt, dass er die Produktion von seinem möglichen Corona-Medikament Remdesivir ausweiten wolle. Dazu will das Unternehmen nach eigenen Angaben mit internationalen Partnern zusammenarbeiten. Das mit großen Hoffnungen verbundene Mittel des Biotechkonzerns hat die Symptome von Covid-19-Patienten bei einem frühzeitigen Einsatz verbessert.

Zuletzt sorgte Remdesivir für positive Schlagzeilen, denn das Medikament habe eine „signifikante positive Wirkung bei der Verringerung der Zeit bis zur Genesung“ gezeigt, so Fauci, der ja auch Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID) der USA ist. Die internationale klinische Studie mit mehr als 1000 Teilnehmern wurde mit Kontrollgruppen durchgeführt und die Datenerhebung von unabhängigen Experten begleitet, wie er weiter erklärte.

Auch der deutsche Arzt Clemens Wendtner erklärte im Interview mit dem Nachrichtenmagzin „Spiegel, das „wir im Moment noch nicht sicher wissen, wie effektiv Remdesivir bei Corona-Infektionen ist, aber die Tendenz bei uns stark in Richtung einer positiven Wirkung geht.“ Ende Mai sollen laut Wendtner verlässliche Studienergebnisse vorliegen: „Dann werden wir endgültig wissen, ob Remdesivir die Therapie der Covid-19-Patienten tatsächlich verbessert oder sich - hoffentlich nicht - doch noch als ebenso großer Flop herausstellt wie das Malariamittel Hydroxychloroquin.“

Gilead hatte Remdesivir ursprünglich zur Behandlung von Erkrankungen durch die Viren Ebola, Marburg, Mers und Sars entwickelt.

Corona_Exit
Weltweit wurden allein den vergangenen sechs Tagen eine Million Sars CoV-2 Neuinfektionen gemeldet.
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