Innsbrucker Forscher entwickelten Antikörper gegen Blutarmut

Ein Team der Innsbrucker Universitäts-Klinik für Innere Medizin II rund um deren Direktor Günter Weiss hat einen innovativen Antikörper für die Therapie der chronischen Blutarmut bei Dialyse-Patienten mitentwickelt. Dadurch benötigen die Patienten eine geringere EPO-Dosis, wodurch wiederum das kardiovaskuläre Risiko minimiert werden kann, teilte die Med-Uni am Donnerstag mit.

red/Agenturen

Die chronische Blutarmut (ACD) ist ein häufiges Begleitproblem von Dialyse-Patienten. Neben dem funktionellen Eisenmangel durch die chronische Entzündung, kommt es bei diesen Patienten durch die geschädigte Niere zu einer zu geringen Produktion des für die Blutbildung wichtigsten Hormons, Erythropoetin (EPO). Die Gabe von EPO ist daher ein Grundpfeiler in der Therapie der Anämie. Doch trotz maximaler Dosierung bleibt die Bildung des Sauerstofftransportproteins Hämoglobin bei Dialyse-Patienten aufgrund einer Resistenzentwicklung gegen EPO eingeschränkt. Außerdem wird EPO mit einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität in Verbindung gebracht.

In Zusammenarbeit mit der Pharmafirma Kymab testete das Innsbrucker Team rund um Igor Theurl von der Universitäts-Klinik für Innere Medizin II nun den neuen humanen monoklonalen Antikörper KY1070. Dessen Wirksamkeit konnte in Innsbruck in einem Tiermodell, das sich auf Patienten mit einem dialysepflichtigen Nierenschaden übertragen lässt, aufgezeigt werden.“

In Tieren, die nur unzureichend auf EPO angesprochen haben, war es durch Kombination mit dem Antikörper möglich, einen ausreichenden Hämoglobin-Anstieg zu erreichen“, erklärte Erstautorin der Studie Verena Petzer von der Universitäts-Klinik für Innere Medizin V. Außerdem reichte durch die Antikörper eine geringere EPO-Dosis aus, um die Anämie zu bekämpfen, was in Anbetracht der Nebenwirkungen von EPO eine wichtige Grundlage zum Einsatz bei Dialyse-Patienten darstelle, so die Medizinerin. Das therapeutische Potenzial des neuen Antikörpers lasse sich sowohl als Monotherapie, als auch in Kombinatin mit EPO verwenden. Die Studie wurde im Fachjournal „BLOOD“ veröffentlicht.