Innsbrucker Medizinerin wird Präsidentin der Welt-Schlaf-Gesellschaft

Die Leiterin des Schlaflabors an der Innsbrucker Universitäts-Klinik für Neurologie, Birgit Högl, wird die erste österreichische Präsidentin der Welt-Schlaf-Gesellschaft (World Sleep Society). Ihre Ernennung soll beim Jahreskongress der Gesellschaft im September in Vancouver in Kanada erfolgen.

red/Agenturen

Das teilte die Medizinische Universität Innsbruck am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Rund 45 Prozent der Weltbevölkerung leiden unter Schlafproblemen. Allein im Innsbrucker Schlaflabor werden laut Med-Uni rund 4.000 Patienten pro Jahr stationär und ambulant behandelt. „Den meisten Schlafstörungen kann vorgebeugt werden oder sie sind behandelbar, aber nicht einmal ein Drittel der Betroffenen nimmt professionelle Hilfe in Anspruch, wie aktuelle Umfragen zeigen", erklärte Högl. Am 15. März findet der Weltschlaftag statt, heuer unter dem Motto „Gesunder Schlaf = Gesundes Altern".

Aktuelle Forschungsergebnisse zum obstruktiven Schlafapnoesyndrom (OSA) würden zeigen, welche gravierenden Folgen Schlafmangel haben kann. Die Betroffenen dieser Erkrankung haben eine schlafbezogene Atmungsstörung, es kommt zu Atemaussetzern in der Nacht. Rund vier Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind betroffen. Aktuelle Studien zeigen, dass das obstruktive Schlafapnoesyndrom zu einer DNA-Veränderung führt.

Die Chromosomenenden sind durch Telomere geschützt. Wenn diese Proteine verkürzt sind, führt dies zu einer frühzeitigen Zellalterung und auch das Risiko an Krebs zu erkranken, ist erhöht. Eine Studie mit Patienten mit obstruktivem Schlafapnoesyndrom habe jetzt gezeigt, dass bei ihnen die Telomer-Länge verkürzt ist. „Wir gehen davon aus, dass die Schlafapnoen dazu beitragen, dass Zellen schneller altern", so Högl. In einem Schlaflabor könne die Erkrankung diagnostiziert werden und mittlerweile stünden auch gute Behandlungsmethoden zur Verfügung, betonte die Medizinerin.

Birgit Högl ist seit 20 Jahren an der Universitätsklinik für Neurologie in Innsbruck tätig. Nach ihrem Studium in München brachte ein Forschungsstipendium des „Deutschen Akademischen Austauschdienstes" die 56-Jährige zunächst nach Südamerika. Sie verbrachte mehrere Jahre in Buenos Aires, wo sie im Rahmen eines „Movement Disorders Fellowship" zum ersten Mal mit der Arbeit im Schlaflabor in Kontakt kam. Über das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München führte sie ihr Weg dann schließlich 1999 nach Innsbruck.

Birgit Högl
Die Neurologin und Schlafmedizinerin Birgit Högl wird erste österreichische Präsidentin der World Sleep Society.
MUI/F. Lechner.