Coronavirus

Intensivmediziner: Klares Kriterium für Triage ist Erfolgsaussicht

Der deutsche Intensivmediziner Uwe Janssens betont, dass es eindeutige Kriterien gibt für die Entscheidung, wer bei knappen Ressourcen in Krankenhäusern beatmet wird und wer nicht. „Es gibt ein ganz klares Kriterium, das der Erfolgsaussicht. Die nimmt klar in den Fokus, wie die Überlebenswahrscheinlichkeit von dem betroffenen Patienten ist“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) zu RTL/n-tv am Mittwoch. „Wir blicken nicht, um das nochmal ganz klar zu sagen, nicht auf Einzelkriterien wie Behinderung, Alter, sozialer Status“.

red/Agenturen

Der Ärztliche Direktor des Sächsischen Oberlausitzer Bergland-Klinikums, Mathias Mengel, hatte Berichten zufolge am Dienstagabend in einem Online-Forum von Triage gesprochen. Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. Dem Nachrichtenportal t-online erklärte Mengel: „Wir waren in den vergangenen Tagen schon mehrere Male in der Situation, dass wir entscheiden mussten, wer Sauerstoff bekommt und wer nicht.“

Janssens machte weiter auf die hohe Arbeitsbelastung des medizinischen Personals aufmerksam. Es sei körperlich enorm anstrengend, sich um 20 bis 30 Patientinnen und Patienten zu kümmern, die an Atemunterstützungssystemen hingen und dauernd auf den Bauch gedreht werden müssten. Das sei aber auch eine psychische Belastung. „Das hat nichts mit Panikmache zu tun, das ist einfach die Realität“, sagte Janssens.

„Wir waren in den vergangenen Tagen schon mehrere Male in der Situation, dass wir entscheiden mussten, wer Sauerstoff bekommt und wer nicht.“ Mathias Mengel, Ärztlicher Direktor des Sächsischen Oberlausitzer Bergland-Klinikums