Sieben Monate Haft

Kärntner mit Hepatitis C bespuckte mehrere Leute

Wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten und Körperverletzung ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt ein 31-Jähriger zu sieben Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte laut Anklage wahllos mehrere Personen angespuckt, obwohl er wusste, dass er an Hepatitis C leidet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

red/Agenturen

Richterin Sabine Roßmann erklärte, dass sie vor der Verhandlung Informationen darüber eingeholt hatte, ob Hepatitis C durch Speichel übertragen werden kann. „Das Gesundheitsamt teilte mir mit, dass eine Ansteckung theoretisch möglich wäre, wenn der Speichel auf eine offene Wunde trifft.“ „Aber wenn der Virus 0,2 Sekunden in der Luft ist, stirbt der doch ab“, merkte der Angeklagte an. „Ja, aber dennoch ist das Anspucken geeignet, die Krankheit zu übertragen“, antwortete Roßmann.

Neben dieser Tat wurde dem 31-Jährigen auch vorgeworfen, einen anderen Mann „angesprungen“ und verletzt zu haben - dazu bekannte sich der Angeklagte geständig. Von einem anderen Vorwurf wurde er jedoch freigesprochen: So hatte ihm die Staatsanwaltschaft Tierquälerei zur Last gelegt, weil er einen Hund getreten hatte. Das gab der Mann auch zu, rechtfertigte sich aber damit, dass er nur zwei raufende Hunde trennen wollte - was diesen Vorwurf angeht, sprach die Richterin von einem „Notstand“: „Wenn ein größerer Hund dabei ist, sich in einen kleineren zu verbeißen, fehlt mir auch die Fantasie, wie man sie in der Situation anders loseisen soll.“

Zu den sieben Monaten Freiheitsstrafe kamen am Mittwoch noch vier Monate aus einer vorherigen Verurteilung wegen Körperverletzung hinzu. Diese Haftstrafe war ihm bedingt nachgesehen worden, Roßmann widerrief die bedingte Nachsicht. Der Angeklagte erbat drei Tage Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.