Künstliche Intelligenz für Diagnosen in der Kindermedizin

Forscher in China haben ein System entwickelt, das mittels Künstlicher Intelligenz (KI) sehr zuverlässig Diagnosen bei Krankheiten von Kindern und Jugendlichen stellt. Gespeist wurde es mit 101,6 Millionen Datenpunkten von 1,362 Millionen Patienten im Alter von 0 bis 18 Jahren.

red/Agenturen

Die chinesisch-amerikanische Forschergruppe um Kang Zhang von der Guangzhou Medical University in Guangzhou (China) präsentiert ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Medicine“. Ihre Studie liefere einen Machbarkeitsnachweis, dass ein KI-System bei Daten auf der Basis natürlicher Sprache gute diagnostische Ergebnisse erzielen könne, schreiben die Autoren.

Das entwickelte Programm könne Ärzten helfen, große Datenmengen zu bewältigen und Entscheidungen zu treffen, welche Patienten am dringendsten behandelt werden müssten. „Eine weitere mögliche Anwendung dieses Systems ist die Unterstützung von Ärzten bei der Diagnose von Patienten mit komplexen oder seltenen Erkrankungen“, erläutern die Forscher. Denn bei diesen Krankheiten verfügten viele Mediziner über wenig Erfahrungswissen.

Die Forscher konnten ihr System mit Hilfe einer großen Datenmenge trainieren: 101,6 Millionen Datenpunkte von 1,362 Millionen Patienten im Alter von 0 bis 18 Jahren, wobei der Schwerpunkt bei Kindern im Vorschulalter lag. Die Daten entstanden von Januar 2016 bis Juli 2017 im Guangzhou Women and Children's Medical Center bei der Behandlung von Patienten.

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