Landwirtschaftsschulen bilden erstmals in OÖ zu Altenpflegern aus

Das Pilotprojekt startet mit kommenden Schuljahr und ist eine Maßnahme gegen Personalmangel. Die Kosten für die zusätzlichen Lehrkräfte übernehme das Land zu 100 Prozent. Man gehe von 1.400 zusätzlichen Unterrichtseinheiten und einem finanziellen Mehrbedarf von rund 400.000 Euro aus.

red/Agenturen

Das Land OÖ hat eine Ausbildungsoffensive für Pflegeberufe gestartet. Bereits am Donnerstag hatte das Sozialressort eine Verdoppelung der Ausbildungsplätze auf 1.080 verkündet, am Freitag präsentierten LH Thomas Stelzer und Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (beide ÖVP) ein „einzigartiges Pilotprojekt“: Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen bilden zu Heimhilfen und Altenfachbetreuern aus.

An den sieben der 15 oö. Landwirtschaftsschulen kann man für die beiden letzten Schuljahre schon bisher den Ausbildungsschwerpunkt Gesundheit und soziale Pflege wählen. Allerdings war ein Abschluss zur Heimhilfe nicht möglich, hieß es in der Pressekonferenz in Linz. Mit Einführung des dreijährigen Schwerpunkts werde dieses Manko jetzt beseitigt. Zusätzlich wird an drei Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen (Andorf, Hagenberg, Kleinraming) ein viertes Ausbildungsjahr eingeführt, um den Abschluss Fachsozialbetreuer mit Schwerpunkt Altenarbeit erlangen zu können, erklärte Hiegelsberger. Das erweiterte Angebot startet mit kommendem Schuljahr.

Finanzieller Mehrbedarf von rund 400.000 Euro

Die Kosten für die zusätzlichen Lehrkräfte übernimmt das Land zu 100 Prozent, erklärte Stelzer. Er geht von 1.400 zusätzlichen Unterrichtseinheiten und einem finanziellen Mehrbedarf von rund 400.000 Euro aus.

Um den drohenden Personalmangel im Pflegebereich - bis 2025 rechnet der Landeshauptmann mit 1.600 zusätzlichen Kräften - entgegenzuwirken, setzt das Land Oberösterreich noch einen weiteren Schritt. Am Montag wird Stelzer der Landesregierung einen Gesetzesentwurf zur Beschlussfassung vorlegen, den Gehaltsdeckel für Pflegekräfte sowie für alle anderen Landes- und Gemeindebediensteten von 95 Prozent im ersten Dienstjahr zu heben. Dies soll rückwirkend ab 2019 gelten, was pro Jahr zwischen zwei bis drei Millionen Euro mehr kosten werde. Dieses Besoldungsschema „ist nicht mehr zeitgemäß“, meinte auch FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr.

Ein entsprechender Antrag zur Streichung dieser fünf-prozentigen Kürzung aus dem oö. Gehaltsgesetz aus dem Jahr 2001 muss dann noch im Landtag beschlossen werden. „Damit wird eine wichtige Forderung der Personalvertretung umgesetzt, um die Attraktivität des Oö. Landesdienstes für Berufseinsteiger zu verbessern“, erklärte der oberste Personalvertreter im Landesdienst, Peter Csar.

Pflege
Sechs Gesetzesbeschlüsse, zwei Rechnungshofberichte und mehrere Entschließungsanträge beschäftigen am Donnerstag den Burgenländischen Landtag, darunter der "Zukunftsplan Pflege".
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