Luftverschmutzung tötet in erster Linie statistisch

Luftverschmutzung aus dem Verkehr ist einer neuen Studie der Forschungsorganisation ICCT zufolge für rund 13.000 vorzeitige Todesfälle jährlich in Deutschland verantwortlich.

red/Agenturen

Auf einem Totenschein wird „Luftverschmutzung“ jedoch nie als Todesursache eingetragen. Der Zusammenhang ist komplex und in erster Linie statistisch. Die Forscher nutzen für ihre Berechnungen Modelle und Annahmen.

Im Fall der aktuellen Studie griffen sie auf ein international verbreitetes Modell zurück, bei dem sie Daten zur Luftverschmutzung mit Modellen zu Volkskrankheiten verbinden. Dabei gehen sie davon aus, dass Luftverschmutzung einer der entscheidenden Faktoren für eine ganze Reihe von Krankheiten wie Schlaganfälle oder Diabetes ist. Diese Annahme beruht auf sogenannten epidemiologischen Studien, bei denen Forscher untersuchen, welchen Bedingungen Menschen, die erkrankt oder gestorben sind, ausgesetzt waren.

Aus den Daten errechnen sie, wie viele Menschen aus einer bestimmten Bevölkerungsschicht bei einer bestimmten Schadstoffkonzentration gestorben sind. Üblicherweise steigt die Zahl der Todesfälle mit der Zunahme der Schadstoffe. Nun schauen die Forscher, wie viele Menschen an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit einer bestimmten Menge eines Schadstoffs ausgesetzt sind. Das setzen sie dann ins Verhältnis zu den Erfahrungswerten -heraus kommt die Zahl vorzeitiger Tode. Allerdings sind diese Berechnungen rein statistischer Natur. Kämen neue Studien etwa zum Ergebnis, dass Ozon oder Feinstaub deutlich gesundheitsschädlicher sind als bisher angenommen, würde auch die Zahl vorzeitiger Todesfälle steigen - zumindest auf dem Papier.

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Allein in Europa kommen den Berechnungen der Forscher zufolge jährlich knapp 800 000 Menschen wegen der Folgen von Luftverschmutzung vorzeitig ums Leben.
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