Forscher

Ohne Ankerpunkte zerreißt es Zellteilungs-Apparat

Bei der Zellteilung (Mitose) ziehen Spindeln eine Kopie des Erbguts in die Mutter- und eine in die Tochterzelle. Sie werden von zwei „Zentralkörperchen“ (Zentrosomen) aus betrieben. Diese Zellteilungs-Apparate brauchen während der ganzen Prozedur intakte Ankerpunkte (Zentriolen), sonst werden sie zerrupft, berichten Wiener Forscher im Fachjournal „Developmental Cell“.

red/Agenturen

Ein Team um Alexander Dammermann von den Max F. Perutz Laboratorien der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien entfernte mittels Laserstrahlen bei Fadenwürmern (C. elegans) die Zentriolen während der Zellteilung. An diese kleinen Ankerpunkte ist ein Netzwerk an Eiweißstoffen fixiert, das man „perizentriolares Material“ nennt. Es ist ungefähr dreißig mal so groß wie die Zentriolen und bildet gemeinsam mit diesen das Zentrosom, an dem die Spindeln fixiert sind.

Die Ankerpunkte waren für den Zusammenhalt des Zellteilungs-Apparats essenziell. „Ohne Zentriolen wurde das Zentrosom im Verlauf der Zellteilung buchstäblich auseinandergezogen“, schrieben die Forscher in einer Aussendung. Die kleinen Zentriolen können demnach die Integrität einer viel größeren Struktur aufrechterhalten. Vermutlich sind darauf Eiweißstoffe verankert, die ähnlich wie Gitterstäbe in Stahlbeton für die Zugfestigkeit des perizentriolaren Materials sorgen, erklären sie.

(S E R V I C E - Internet: https://doi.org/10.1016/j.devcel.2019.06.004)

Zellteilung Mitose
Forscher der MedUni Wien haben neue Ergebnisse rund um das Thema Zellteilung publiziert.
iStockphoto-Solvod