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Sexualhormone stimmen Immunsystem auf Schwangerschaft ein

Weibliche Sexualhormone signalisieren dem Immunsystem, dass es sich auf eine Schwangerschaft einstellen und das heranwachsende Baby nicht wie einen Fremdkörper bekämpfen soll.

red/Agenturen

Das berichtet ein internationales Team mit Beteiligung eines Basler Forschers im Fachmagazin „Nature“.

Die Forschenden um den Genetiker Josef Penninger fanden heraus, dass der „RANK/L"-Signalweg in der Thymusdrüse für die Anpassung des Immunsystems an die Schwangerschaft auf Kommando der Sexualhormone nötig ist. „Fehlt der Eiweissstoff RANK im Thymus, können weniger regulatorische T-Zellen gebildet werden“, erklären sie in einer Mitteilung des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Dadurch sind auch weniger dieser Immunzellen in der Plazenta, was zu einer höheren Rate an Fehlgeburten führt.

Ausserdem wandern die regulatorischen T-Zellen in das Fettgewebe der Mutter, regeln dort den Zuckerspiegel und verhindern Entzündungen. „Schwangere Mäuse ohne RANK hatten höhere Glukose- und Insulinspiegel im Blut“, berichten sie. „Und wie die Babys von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes waren die neugeborenen Mäuse viel schwerer als der Durchschnitt."

Risiko für Kinder

Patientendaten von der Medizinischen Universität Wien zeigten, dass Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes so wie die Mäuse in den Versuchen weniger regulatorische T-Zellen in ihren Plazentas hatten. Dieser Mangel bei den Müttern und Schwangerschaftsdiabetes erhöhten bei den Kindern wiederum zeitlebens das Risiko, an Diabetes oder Fettleibigkeit zu erkranken.

Der „RANK/L"-Signalweg, der von Sexualhormonen gesteuert wird, ist somit ein Schlüssel für biologische Vorgänge im Körper, die eine erfolgreiche Schwangerschaft ermöglichen“, sagte Penninger, der eine Forschungsgruppe am IMBA leitet und an der University of British Columbia in Kanada forscht.