Genetik

Springende Gene „verlängern" Erbgut von Süßwasserpolypen

Das Erbgut von braunen Süßwasserpolypen (Hydras) wurde durch springende Gene mehr als drei Mal so lang gemacht wie jenes ihrer nächsten Verwandten, den grünen Hydras. Das fand Oleg Simakov vom Department für Molekulare Evolution und Entwicklung der Universität Wien in Kooperation mit Kollegen heraus.

red/Agenturen

Die Wissenschafter sequenzierten das Erbgut (Genom) von drei verschiedener Arten „normaler“ brauner Süßwasserpolypen (Hydra vulgaris, oligactis und circumcincta) und von einer grünen Art (Hydra viridissima). Die grüne Hydra verdankt ihre Farbe Algen, die in der Wand ihrer Verdauungshöhle als Symbionten (Partner) leben. Die Stammbaum-Äste der Untergruppen von braunen und grünen Süßwasserpolypen zweigten vor rund 59 Millionen Jahren voneinander ab, berichten sie. Die Studie der Forscher erschien kürzlich im Fachjournal „PNAS“.

Während das Stammbuch (Erbgut) der grünen Hydras mit 300 Millionen Buchstaben (DNA-Basen) kurz und bündig gehalten ist, ist jenes der braunen mit rund einer Milliarde Buchstaben recht ausschweifend. Dafür sind springende Gene (Transposons) des Typs „LINEs“ (Long Interspersed Nuclear Elements) verantwortlich, fanden die Forscher um Simakov heraus. Das sind „autonome“ DNA-Abschnitte, die ihre Position ändern und sich auf dem Erbgut auch vermehren können.