Omikron

Südafrikanischer Forscher beobachtete milde Verläufe

Bei der neuen Coronavirus-Variante Omikron verstärken sich die Erkenntnisse einer hohen Infektionsrate bei nur milden Krankheitsverläufen. Unter Hinweis auf erste Erfahrungswerte aus dem Epizentrum des Infektionsgeschehens im Großraum um die Hauptstadt Pretoria meinte der südafrikanische Epidemiologe und Ex-Regierungsberater Salim Abdool Karim am Mittwoch: „Wir haben nun Hinweise von Hospitälern, dass nur noch einer von vier Patienten ein schwerer Fall ist.“

red/Agenturen

„Bei den vergangenen drei Infektionswellen waren zwei von drei eingewiesenen Patienten schwere Fälle“, sagte der Experte. Zwar seien diese Hinweise noch keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse, doch deuteten die bisherigen Daten einen Trend an. „Wir können ziemlich sicher behaupten, dass sich Omikron rasend schnell verbreitet - mindestens 25 Prozent schneller als die Delta-Variante“, sagte er bei einer Konferenz, bei der es um die Neuausrichtung der afrikanischen Gesundheitssysteme ging. Es gelte nun, sich auf neue Herausforderungen vorzubereiten: „Varianten haben das Spiel verändert - wir werden weitere Varianten sehen“, sagte er vorher.

John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) bestätigte diese Einschätzung und mahnte: „Der Kontinent sollte sich beeilen, ein neues Gesundheitssystem aufzubauen.“ Neue Ansätze seien nötig. Der Ebola-Ausbruch vor einigen Jahren in Westafrika sei bereits eine Vorwarnung gewesen. „Als Kontinent müssen wir dabei unsere eigenen Lösungen finden“, gab die Medizinerin Ebere Okereke vom Tony Blair-Institut zu bedenken.

Die CDC - die die Konferenz organisierte - versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren.