Von BOKU-Forschern entwickeltes Protein soll bei Krebstherapie helfen

Einem Forscherteam an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) ist es gelungen, eine stabile Variante des Proteins CD19 herzustellen, die neue Möglichkeiten in der Krebstherapie eröffnen soll. Das Protein soll die CAR-T-Zellen, die in einer neuartigen Immuntherapie gegen die Krankheit eingesetzt werden, überwachen und eine frühzeitige Anpassung der Behandlung ermöglichen. Das Forscherteam ließ die Proteinvariante bereits patentieren.

red/Agenturen

Bei der CAR-T-Zell-Immuntherapie werden körpereigene Immunzellen - T-Zellen genannt - genetisch umprogrammiert und Patienten verabreicht. Dadurch kann das eigene Immunsystem Krebszellen attackieren. „Sie können sich im Organismus vermehren, was einerseits einen großen Fortschritt darstellt“, erklärte Michael Traxlmayr vom Institut für Biochemie an der BOKU. Sie können jedoch auch zu Nebenwirkungen führen, weshalb die CAR-T-Zellen, ihre Verbreitung, Vermehrung und Funktionen überwacht werden müssen.

Hier kommt das Protein CD19 ins Spiel, das eines der relevantesten Zielmoleküle bei der Immuntherapie von Leukämien und Lymphomen ist. Es bindet die CAR-T-Zellen, diese erkennen dessen Struktur an der Oberfläche von Tumorzellen und können sie so zerstören. Das Protein war, so eine Aussendung der BOKU, bisher allerdings äußerst instabil und schwer zu produzieren. „Mit dem SuperFolder CD19 exprimierten wir nun eine Variante des Proteins, die wesentlich stabiler und viel leichter herzustellen ist als der Wildtyp“, sagte Traxlmayr. Damit könne man die Aktivität der CAR-T-Zellen im Blut überwachen und die Behandlung frühzeitig anpassen.

Um eine stabile Form zu generieren, brachte das Team zufällige Mutationen in das CD19-Protein ein. Mehrere Millionen Mutanten entstanden so, das „SuperFolder CD19“ wies darunter eine besonders hohe Qualität auf und hilft auch beider Analyse verschiedener CAR-T-Zellsubtypen. „Für Wissenschaft wie auch Medizin ist es äußerst relevant, dass man untersuchen kann, ob und welche CAR-T-Zellsubtypen in der Blutprobe von Patienten und Patientinnen aktiv oder nicht aktiv sind“, meinte Traxlmayr, dessen Team derzeit nach Verwertungspartnern sucht. Eine Studie über das neue Protein erschien im Fachmagazin ACS Synthetic Biology.

Krebs Krebszelle
Das Protein CD19 soll neue Möglichkeiten in der Krebstherapie eröffnen und das eigene Immunsystem unterstützen Krebszellen zu attackieren.
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