Krebs und Thrombose

Wiener Forscher arbeiten an besserer Betreuung

20 Prozent aller Thrombosen im venösen Gefäßsystem treten in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung auf. Eine Studiengruppe der klinischen Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie der MedUni Wien hat mit internationalen Experten Guidelines zur Verbesserung der Betreuung von Krebspatienten mit erhöhtem Thromboserisiko oder mit einer bereits aufgetretenen Thrombose erarbeitet.

red/Agenturen

Diese Leitlinien wurden nun in der Fachzeitschrift „Lancet Oncology“ publiziert, wie die MedUni am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte. Seit 2003 führt die Arbeitsgruppe um Ingrid Pabinger und Cihan Ay an der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien die CATS-Studie („Vienna Cancer and Thrombosis Studie“) durch, in die mehr als 2.000 Krebspatienten eingebunden waren. Im Rahmen dieser Studie hätten bereits viele Erkenntnisse zu Ursachen und Risiken für diese häufige Komplikation der venösen Thromboembolie bei Krebserkrankungen gewonnen werden könnten, so die MedUni.

Patienten mit einer Krebserkrankung weisen ein vielfach erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien, z. B. Beinvenenthrombosen und Lungenembolien, auf. Diese Komplikationen sind potenziell lebensgefährlich und gehören zu den führenden Todesursachen. Die Ursachen sind vielfältig, eine Besonderheit ist jedoch eine veränderte Zusammensetzung des Blutes: Tumoren geben nämlich Substanzen ab, welche die Blutgerinnung anregen bzw. aktivieren und das Thromboserisiko erhöhen. Auch die Krebstherapie selbst kann die Neigung zu Blutgerinnseln verstärken.

Das allgemeine Risiko von Tumorpatienten für eine Thrombose ist deutlich erhöht und zudem abhängig von Stadium und Behandlungsart des Tumors. Einen wesentlichen Einfluss hat auch die Art der Krebserkrankung - bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, Hirntumoren, Magenkrebs, Lungenkrebs, Eierstockkrebs, Darmkrebs oder Leukämien besteht ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko. Die Vorbeugung und Behandlung der Thrombose bei Krebspatienten werde durch neue Studien mit direkten oralen Antikoagulantien - Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung - die in diesen neuen Leitlinien berücksichtigt sind, „besser und einfacher“, meinte Cihan Ay.

 

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Thrombosen sind zweithäufigste Todesursache bei Krebs. Darauf wiesen Wissenschafter anlässlich des Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober hin. Sie veröffentlichten Guidelines zur besseren Patientenbetreuung.
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