Welt-Aids-Tag

Zehn Prozent kennen Infektionsstatus nicht

Etwa 9.000 Menschen in Österreich leben laut Zahlen der Statistik Austria mit HIV, nach Schätzungen der Österreichischen Aids Gesellschaft kennen rund zehn Prozent von ihnen ihren Infektionsstatus nicht, berichtete der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig). 2020 haben sich laut Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien 332 Personen neu infiziert. Die Pharmig verweist zum Welt-Aids-Tag (1. Dezember) daher auf die Bedeutung von HIV-Tests.

red/Agenturen

"Eine Infektion mit dem HI-Virus muss heute dank der verfügbaren Arzneimittel nicht mehr zwangsläufig zu Aids führen. Voraussetzung dafür ist aber, dass Betroffene um ihre Infektion wissen“, sagte Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog. „Wer einen HIV-Test macht, schafft Klarheit und kann gegebenenfalls früher behandelt werden und andere davor schützen, sich anzustecken."

Mehr als 35 Präparate stehen als Einzelwirkstoffe oder fixe Kombinationen von bis zu vier Wirkstoffen für die HIV-Therapie zur Verfügung. Dank dieser Therapiemöglichkeiten können HIV-Infizierte ein weitgehend normales Leben führen und haben zudem eine weitaus höhere Lebenserwartung als noch vor 20 Jahren. Mittlerweile gibt es antiretrovirale Therapien, bei denen Betroffene nur mehr eine einzige Tablette täglich einnehmen müssen.

"Trotz hervorragender Therapieoptionen ist es wichtig, dass alles unternommen wird, um Infektionen gar nicht erst entstehen zu lassen oder die Verbreitung durch möglichst frühe Diagnosen einzudämmen. Es sollte jedem bewusst sein, dass eine Infektion mit HI-Viren immer noch eine lebenslange, nicht heilbare Erkrankung bedeutet“, so Herzog. Tests seien leicht zugänglich, etwa über Apotheken. Zusätzlich gibt es Prä- und Post-Expositions-Prophylaxen, das sind Arzneimittel, mit denen eine HIV-Infektion verhindert werden kann.