Wissenschaft

Wifo

Teuerung: Weiter Ringen um höheres Uni-Budget

Ein Uni-Studium rentiert sich nicht nur für Absolvent:innen, sondern auch für den Staat, wie eine am Dienstag präsentierte Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo erneut gezeigt hat. Durch die aktuelle Teuerung sieht Sabine Seidler, Chefin der Universitätenkonferenz (uniko), die Unis aber in Gefahr: 1,2 Mrd Euro fehlten für die Jahre 2022 bis 2024. Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) will sich in den Verhandlungen mit dem Finanzministerium für die Unis „stark machen“.

Josephinum
Renovierung

Von der Wachsvenus zur bionischen Hand: Josephinum wiedereröffnet

Nach knapp vierjähriger Renovierung ist das Josephinum, das medizinhistorische Museum der Medizin-Uni Wien, ab Donnerstag wieder für das Publikum zugänglich. Bausünden der Vergangenheit wurden rückgebaut, originale Wandmalereien freigelegt und der historische Hörsaal wieder hergestellt. Mit neuen Schausälen bietet das Haus einen Streifzug durch die Medizingeschichte mit den berühmten anatomischen Wachsmodellen im Mittelpunkt.

Husten
Coronavirus

Relativ gute Prognose bei Lungenschäden

Lungenschäden infolge einer Covid-19-Erkrankung bilden sich zu einem guten Teil zurück. Die Regeneration des Lungengewebes erreicht aber nach sechs Monaten ein Plateau. Insgesamt sieht die Prognose für die Betroffenen relativ gut aus. Dies sagte am Dienstag die Innsbrucker Pneumologin Judith Löffler-Ragg bei einer Online-Pressekonferenz aus Anlass der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG).

Verdauungstrakt

Covid-19 verursacht bei 60 Prozent der Patient:innen auch Darmsymptome

Infektionen mit SARS-CoV-2 greifen hauptsächlich die Lunge an, können aber auch andere Organe wie den Darm schädigen: Bei rund 60 Prozent der Patient:innen wurden Auswirkungen auf den Verdauungstrakt festgestellt. Neue Erkenntnisse dazu von Forschenden der MedUni Wien könnten die Grundlage für weiterentwickelte Behandlungsstrategien bilden. Sie wurden im „International Journal of Molecular Sciences“ publiziert.

Nobelpreis

Nobel-Favoriten: Brustkrebs-Gen, Glücks-Ökonomie, elektronische Haut

Die diesjährige „Nobel-Klasse“ hat der Datenkonzern Clarivate Analytics aus dem Kreis der meistzitierten Forscher gekürt. Diese 20 „Zitations-Kaiser“ aus vier Ländern gelten damit auch als Favoriten für die wissenschaftlichen Nobelpreise 2022. Wer diese Auszeichnung heuer erhält, wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben: Den Auftakt macht am Montag (3.10.) die Medizin, gefolgt von Physik (4.10.), Chemie (5.10.) und den Wirtschaftswissenschaften (10.10.).

Nasenspray
Coronavirus

Corona: Schnupfen statt Stechen mit nasalen Impfstoffen

Coronaviren verbreiten sich bekanntermaßen vor allem durch die Luft und gelangen in der Regel zunächst in Nase, Rachen und Lunge. Nur logisch eigentlich, direkt dort, in den Schleimhäuten, auch mit der Bekämpfung der Erreger zu beginnen und eine Infektion bestenfalls ganz zu vermeiden. Tatsächlich arbeiten Forscher schon lange an Schleimhaut-Impfstoffen. Diese sollen direkt in die Nase verabreicht beziehungsweise inhaliert werden.

EKG

Herzerkrankungen: Prävention bei Krebspatient:innen besonders wichtig

Mit der steigenden Zahl an Überlebenden nach Tumorerkrankungen tritt ein bislang wenig beachtetes Gesundheitsrisiko zunehmend ins Blickfeld: Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Folge von Krebstherapien. Inzwischen liegen kardiovaskuläre Erkrankungen auf Platz zwei der Ursachen für Langzeit-Morbidität und Mortalität von Krebsüberlebenden. Zum Weltherztag am 29. September macht die MedUni Wien auf die Wichtigkeit der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen insbesondere bei Krebspatient:innen aufmerksam.

Studie

Kuba setzt Tests für neues Medikament zur Behandlung von Alzheimer fort

Kuba will in den kommenden Monaten mit neuen Tests für ein Medikament zur Behandlung von Alzheimer beginnen. Die klinische Studie solle in allen Provinzen des Landes stattfinden, um die Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments NeuroEpo bei Patient:innen mit leichter und mittelschwerer Erkrankung zu testen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag (Ortszeit) auf seiner Internetseite mit. Weitere Angaben zu der Studie machte die Behörde nicht.

Großeltern
Studie

Großeltern litten in Pandemie an fehlendem Kontakt mit Enkeln

Großeltern, die den Kontakt zu ihren Enkelkindern während der Covid-19-Pandemie reduzierten, hätten in der Folge verstärkt depressive Symptome gezeigt. Das ergab eine im Fachblatt „Journal of Gerontology“ erschienene Studie des University College London, der Universität Wien und der Uni Florenz, die in England durchgeführt wurde. Großeltern mache besonders der Verlust ihrer Rolle zu schaffen, so Ko-Autorin Valeria Bordone von der Uni Wien am Montag in einer Aussendung.

Tablette

Lungenkrebs: Zielgerichtete Therapie auf Vormarsch

Pro Jahr erkranken in Österreich rund 5.000 Menschen an einem Lungenkarzinom. Seit einigen Jahren bringen zielgerichtete Therapien gegen „Treiber-Mutationen“ und die moderne Immuntherapie deutliche Fortschritte. „Wir könnten dazu kommen, dass in Zukunft 40 bis 50 Prozent der Patient:innen mit sozusagen einer gut verträglichen Tablette am Tag behandelt werden können“, sagte jetzt der Wiener Pneumologe Maximilian Hochmair gegenüber der APA.

Corona-Impfung

Valneva warnt vor Scheitern von weiterem Impfstoffprojekt

Der französisch-österreichische Biotechkonzern Valneva wird womöglich keinen zweiten Anlauf für einen Covid-19-Impfstoff nehmen. Valneva befinde sich zwar in laufenden Gesprächen mit einem potenziellen Partner über einen Impfstoff der zweiten Generation, diese könnten aber mehrere Monate dauern und möglicherweise nicht erfolgreich sein, warnte Valneva am Montag. Das Unternehmen werde nur einen solchen Impfstoff herstellen, wenn es die erforderliche Finanzierung erhalte.

Gehirn
Forschungsergebnis

Kurzschluss erlaubt Nervenzell-Überbrückung im Gedächtniszentrum

Im Normalfall gelangt ein Signal über Verästelungen namens Dendriten in den Zellkörper von Nervenzellen, wo es entweder unterdrückt oder auf benachbarte Zellen weitergeben wird. Letzteres erfolgt über sogenannte Axone - ebenfalls dünne Fortsätze der Neuronen. Dass es aber auch eine Art Überbrückung dieses Ablaufes im als Gedächtnis- und Erinnerungszentrum des Gehirns bekannten Hippocampus gibt, zeigten nun Forscher aus Deutschland und Linz im Fachblatt „Science“.

Eberhard A. Deisenhammer
Experten-Interview

„Kontakt und Kommunikation sind zentral in der Suizidprävention“

Jedes Jahr soll im Rahmen des Welttags der Suizidprävention (10. September) durch verschiedene Aktivitäten an die Opfer suizidaler Handlungen und deren Angehöriger erinnert werden. Eberhard A. Deisenhammer von der Univ.-Klinik für Psychiatrie II der Medizinischen Universität Innsbruck forscht seit vielen Jahren zu Suizidalität. Im Interview zeigt er Wege auf, wie Suizide verhindert werden könnten und wie man am besten darüber spricht.

Spritze Vakzine Biontech
Corona

Alle Krebspatient:innen sollten vierte Impfung bekommen

Die vierte Impfung gegen Covid-19 erhöht bei Krebspatient:innen die Immunantwort gegen Virusvarianten. Das gilt sowohl für Personen mit Tumorerkrankungen als auch für Menschen, die bösartige Blutkrankheiten (onkologisch-hämatologische Erkrankungen) haben. Der Effekt von monoklonalen Antikörpern als „passive Impfung“ ist hingegen sehr begrenzt. Das zeigt eine Untersuchung an Patient:innen aus Wien und Meran in Südtirol, die jetzt in JAMA Oncology erschienen ist.

Studie

Babys im Mutterleib „lächeln“ bei Karotten, „weinen“ bei Kohl

Bereits im Mutterleib haben Babys einer Studie zufolge positiv oder negativ auf manche Lebensmittel reagiert. So hätten Föten ein eher „lächelndes Gesicht“ gezeigt, nachdem ihre Mütter Karotten gegessen hätten, berichteten Wissenschafter der nordostenglischen Universität Durham in der Fachzeitschrift „Psychological Science“. Nach dem Genuss von Kohlaromen hingegen hätten die Föten ein eher „weinendes Gesicht“ gemacht.

Paprika Apfel Kiwi Banane Feige
Studie

Frauen ernährten sich im Durchschnitt etwas besser als Männer

Im weltweiten Vergleich hielten sich Frauen besser an empfohlene Ernährungsweisen als Männer. Im Durchschnitt aßen sie demnach etwas mehr Obst, stärkearmes Gemüse wie zum Beispiel Kohl, Gurken oder Tomaten sowie Vollkornprodukte, wie aus einer im Fachmagazin „Nature Food“ veröffentlichten Studie hervorging.