Patientenschützer warnen vor Überforderung der Pflegebedürftigen

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat davor gewarnt, die Pflegebedürftigen durch höhere Löhne in der Branche zu überfordern. Zwar funktioniere eine „Würde wahrende Pflege" nicht ohne „anständige Löhne", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur AFP am Montag. „Doch die Pflegebedürftigen können das nicht mehr wie bisher aus eigener Tasche bezahlen." Das von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geplante Pflege-Tariftreue-Gesetz könne darauf keine Antwort geben. Vielmehr sei hier Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gefordert.

red/Agenturen

„Es braucht eine Pflegereform, die steigende Löhne von den galoppierenden Pflegekosten der Hilfebedürftigen entkoppelt. Doch außer Überschriften hat Jens Spahn dazu nichts konkretes vorgelegt", sagte Brysch. „Es kann nicht sein, dass die Corona-Krise Schuld an dieser Misere ist." Schließlich werde Spahn „wohl nicht seine ganze ministerielle Pflegeabteilung in Kurzarbeit geschickt haben".

Ein am Wochenende bekannt gewordener Gesetzentwurf sieht vor, dass die Beschäftigten in der Pflege nach Tarif oder dem entsprechenden Niveau bezahlt werden sollen.

 
© medinlive | 14.06.2021 | Link: https://www.medinlive.at/gesundheitspolitik/patientenschuetzer-warnen-vor-ueberforderung-der-pflegebeduerftigen