Gesundheitspolitik

Jüngere Hand berührt ältere Hände

13 Festnahmen wegen Verdachts des Betrugs in Pflege in Bayern

Polizei und Staatsanwaltschaft haben bei einer Großrazzia wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs in der Pflege in Augsburg und München 13 Menschen festgenommen. Diese sollen zu einer osteuropäischen Bande mit etwa 40 Hauptbeschuldigten zählen, die Millionenbeträge ergaunert haben sollen, wie die Staatsanwaltschaft München I am Mittwoch mitteilte.

Rauchen, Aschenbecher
Rauchverbot

Wiener NEOS wollen „Lärm-Manager“ zwecks Anrainerschutz

Mit 1. November tritt in Österreich das generelle Rauchverbot in der Gastronomie in Kraft. Die Wiener NEOS prophezeien Reibereien zwischen Gästen, die dann vor den Lokalen „pofeln“ werden, und genervten Anrainern. Sie fordern deshalb ein Maßnahmenpaket von der Stadt - inklusive „Lärm-Manager“, die in betroffenen Grätzeln unterwegs sein sollen.

Patient im Zentrum

Leitlinien aus „Weißbuch Gesundheit“ präsentiert

Seit Mai arbeiten internationale und nationale Experten aus dem Gesundheitsbereich an einem Weißbuch zur Zukunft der Gesundheitsversorgung. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch präsentierte der Verein Praevenire einen Zwischenbericht. Bisher wurden zehn Leitsätze erarbeitet. Im Fokus steht dabei die Prämisse, dass der Patient in den Mittelpunkt des Gesundheitssystems gestellt werden müsse.

Gruppenpraxis

Oberösterreich als erstes Bundesland mit Arzt-bei-Arzt-Anstellung

Oberösterreich hat als erstes Bundesland den Kollektivvertrag für die Anstellung eines Arztes bei einem anderen fixiert. Möglich ist dies seit Oktober, es gibt bundeseinheitliche Rahmenbedingungen, Details sind allerdings kollektivvertraglich zu regeln, berichtete die Ärztekammer OÖ in einer Presseaussendung am Mittwoch. Ein österreichweiter Kollektivvertrag konnte bisher nicht realisiert werden.

Ärztekammer zu KAV-Wartelisten

„Intransparenz in höchstem Ausmaß“

Mit heftiger Kritik reagiert die Ärztekammer in Bezug auf die Entfernung der OP-Wartelisten von der Website des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV). Für Wolfgang Weismüller, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, ist der Schritt von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker „in höchstem Maße intransparent und schädigend für das Unternehmen KAV“.

Psychische Erkrankungen

Wien will mit Kampagne Vorurteile abbauen

Depression, Persönlichkeitsstörung oder Panikattacken: Studien zufolge ist in Österreich jeder Sechste von psychischen Erkrankungen betroffen. Je nach Art des Leidens ist ein Alltag zwar möglich, eine Behandlung aber wichtig. Da es sich für viele immer noch um ein Tabuthema handelt, haben die Psychosozialen Dienste in Wien nun eine Kampagne gestartet. Damit sollen Vorurteile abgebaut werden.

Lungentransplantationen

Bei Selbstzahlern höhere Tarife möglich

In der Diskussion rund um Rechnungen nach Lungentransplantationen am Wiener AKH hat die Wiener Ärztekammer am Dienstag in einer Aussendung darauf hingewiesen, dass die festgelegten Tarife im Falle einer inländischen Privatversicherung nicht mit jenen bei ausländischen „Selbstzahlern" zu vergleichen sind. Deren Zahl sei in Wien zudem äußerst gering: nämlich einer pro 400 stationären Patienten.

Niederösterreichische Landesregierung

Gesundheitsreformgesetz einstimmig beschlossen

Das Gesetz soll noch im November auch vom Landtag verabschiedet werden. Damit ist der Weg frei für die Landesgesundheitsagentur (LGA), die künftig Gesundheit und Pflege im Bundesland unter einem Dach vereinen wird. „Voll arbeitsfähig" soll die neue Struktur „mit Ende 2020" sein, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Drogen Suizid

Pharmakonzerne schließen Vergleich vor Opioid-Prozess in den USA

Vier Arzneimittelhersteller haben kurz vor Beginn eines richtungsweisenden Prozesses über ihre Rolle in der Opioid-Krise in den USA einen Vergleich erzielt. Der israelische Pharmakonzern Teva sowie die Pharmahändler McKesson, AmerisourceBergen und Cardinal Health zahlen dafür 260 Millionen Dollar, wie einer der Klägeranwälte am Montag erklärte.

Neue Kassenpraxis für chronische Wunden in Wien-Donaustadt

In Wien-Donaustadt eröffnet eine neue Gruppenpraxis mit Kassenvertrag und speziellem Fokus: Das dort ordinierende Ärzte-Trio kümmert sich nämlich vorrangig um die Behandlung chronischer Wunden. Bis zu 1.000 Patienten könnten dort pro Jahr behandelt werden, sagte Alois Bachmeier, Chef der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), am Montag in einer Pressekonferenz. Die Wundordination eröffnet am Mittwoch.

Burgenland

ÖVP will von Rot-Blau Strukturkonzept für Spitäler sehen

Dieses wurde im September 2018 von Landeschef Hans Peter Doskozil (SPÖ) - damals noch als Landesrat - binnen Jahresfrist angekündigt. Landesparteiobmann Thomas Steiner verlangte außerdem von der Landesregierung, offene Forderungen des Spitals der Barmherzigen Brüder in zweistelliger Millionenhöhe zu begleichen.

Justiz

Korruptionsermittlungen gegen Fresenius

Wegen Schmiergeldzahlungen in zahlreichen Ländern müssen sich Verantwortliche des Medizintechnikherstellers Fresenius Medical Care (FMC) strafrechtlichen Ermittlungen stellen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte am Montag, dass sie gegen mehrere Mitarbeiter des Dax-Konzerns wie auch gegen Personen aus dem Umfeld ermittelt. Zu den genauen Vorwürfen wollte sich die deutsche Justiz nicht äußern.

Impfen
Public Health

Öffentliche Gesundheit „darf kein Politikanhängsel sein"

Vor kurzem hat die OECD gewarnt, dass Österreich allein durch Übergewicht ein um 2,5 Prozent geringeres BIP-Wachstum droht. Rund um die anstehenden Koalitionsverhandlungen richten sich jetzt Vertreter der Österreichischen Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) an die Öffentlichkeit. „Gesundheit darf kein Anhängsel mehr sein. Sie gehört in jedes Politikfeld“, erklärten Experten.

Ebola

Situation bleibt Notlage von internationaler Tragweite

Trotz Fortschritten beim Kampf gegen die lebensgefährliche Infektionskrankheit Ebola im Kongo bleibt die Situation eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“. Das entschied nun die Weltgesundheitsorganisation (WHO) . Sie folgte damit dem Rat eines unabhängigen Expertengremiums, das die Lage in drei Monaten neu beurteilt.

Walter Klepetko
Organtransplantationen

AKH und griechische Ärzte wehren sich gegen Vorwurf des Regelverstoßes

Das Wiener AKH sah sich am Wochenende mit Medienvorwürfen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen Regeln bei Lungentransplantationen konfrontiert. Berichtet wurde von einer griechischen Patientin, bei der binnen vier Stunden ein solcher Eingriff durchgeführt wurde. Das AKH, der Chef der chirurgischen Universitätsklinik, griechische Ärzte und Patientenvertreter widersprachen den Darstellungen.

Ärzte ohne Grenzen

Lage in Nordsyrien „unglaublich prekär"

So beschreibt Robert Onus, Leiter des Notfalleinsatzes von Ärzte ohne Grenzen in Syrien, die Lage der Menschen in der von der türkischen Militäroffensive gegen Kurdenmilizen betroffenen Region des Landes. Im Telefongespräch mit der APA sprach Onus am Freitag von „Massendislozierung“ durch die jüngsten Kämpfe, die nun im Rahmen einer fünftägigen Feuerpause ruhen sollen.