Wissenschaft

Coronavirus

Saisonale Effekte treffen auf sinkenden Immunschutz

Dass die Covid-19-Fallzahlen derzeit weitgehend stagnieren, liegt laut der aktuellen OÖ-Prognose des Simulationsforschers Niki Popper an zwei gegensätzlichen Tendenzen: Einerseits dämpfen saisonale Effekte das Infektionsgeschehen, andererseits nimmt der Schutz, der durch eine Ansteckung oder Impfung entstanden ist, mit der Zeit ab.

Affenpocken Archivbild Tiroler Tageszeitung
Affenpocken

Weitere Ausbreitung in Europa, ein Fall in Deutschland

Die Affenpocken breiten sich weiter in Europa aus. Am Freitag wurden zwei erste Fälle der seltenen Virusinfektion in Belgien bekannt. Sie wurden von Virologen in verschiedenen Städten festgestellt. Der flämische Sender VRTNWS berichtete allerdings, dass beide Patienten dieselbe Party besucht hätten. Ein erster Fall wurde indes auch aus Deutschland gemeldet, ebenso aus Australien und Frankreich. In Österreich war bis Freitagmittag noch keine Infektion nachgewiesen.

Coronavirus

Prognoseexperten sehen weiter leichten Abwärtstrend

Die Experten des Covid-Prognosekonsortiums gehen für die kommende Woche von einem weiteren, geringfügigen Abwärtstrend bei den Infektionszahlen aus. Innerhalb der Schwankungsbreite sind aber auch leichte Anstiege möglich. Für den merklichen Infektionsrückgang der Vorwoche waren möglicherweise die überdurchschnittlich hohen Temperaturen verantwortlich, heißt es in dem Update vom Mittwoch. Die Zwei-Wochen-Prognose für den Spitalsbelag zeigt ebenfalls ein leichtes Minus an.

Krebsbehandlung

MedAustron in Wiener Neustadt in seiner Gesamtheit fertiggestellt

Das MedAustron in Wiener Neustadt ist in seiner Gesamtheit fertiggestellt worden. Im Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum wurde der dritte Raum für Patient:innen nach Angaben vom Mittwoch in Betrieb genommen. Künftig liegt der Fokus laut dem Ärztlichen Leiter Eugen Hug auf dem Ausbau der Therapie mit Kohlenstoffionen. Gesetzt werden soll dabei auf Zusammenarbeit mit heimischen und internationalen Partnern.

Schokolade
EU-Behörden-Check

Böses Süßes: Salmonellen in der Schokolade

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA haben am Mittwoch zu dem Salmonellen-Ausbruch in einem Werk des Süßwarenkonzerns Ferrero in Belgien ein Resümee abgegeben. Bisher wurden 324 - 266 bestätigte und 58 mögliche - Fälle in der EU bzw. Großbritannien identifiziert. Schließlich gibt es acht Fälle, die nicht durch den Verzehr von Schokoladenprodukten aus demselben Verarbeitungsbetrieb in Belgien erklärt werden können.

Darm Magen Bauch Darmgesundheit Darmkrebsvorsorge
Früherkennung

Praevenire-Gesundheitstage: Erfolgreiche Darmkrebs-Vorsorge

Vorarlberg spielt den erfolgreichen Vorreiter in der Darmkrebsfrüherkennung in Österreich. Dort haben sich nach Einführung eines Koloskopie-Programmes fast 43 Prozent der über 50-Jährigen untersuchen lassen. Viele Patient:innen konnten geheilt werden, erklärten der Leiter der ÖGK-Landesstelle Manfred Brunner und der ehemalige Vorarlberger Ärztekammerpräsident Michael Jonas am Mittwoch bei den Praevenire Gesundheitstagen in Seitenstetten (NÖ).

BioNTech COVID-19 Impfstoff Ampulle
Corona-Impfstoff

EU-Arzneimittelbehörde prüft Booster mit Pfizer-Impfstoff für Kinder

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft die Zulassung einer Booster-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren mit dem Corona-Impfstoff der Hersteller Pfizer und Biontech. Ein entsprechender Antrag der Hersteller sei gestellt worden, teilte die Behörde am Mittwoch in Amsterdam mit. Bisher ist die dritte Dosis mit diesem Präparat in der EU für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen.

Affenpocken in England

Ärzt*innen in Deutschland sollen achtsam sein

Nach mehreren Fällen von Affenpocken bei Menschen in Großbritannien sensibilisiert das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland Ärzt*innen für die Virusinfektion. In einem vom RKI veröffentlichten Beitrag heißt es, angesichts der Fälle im Vereinigten Königreich sollten Affenpocken auch dann bei unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden, wenn die Betroffenen nicht in bestimmte Gebiete gereist seien. Männer, die Sex mit Männern haben, sollten laut RKI bei ungewöhnlichen Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen".

Virus Covid-19 Corona

Oft wohl mehr als Zufall: Warum manche Menschen kein Corona hatten

Die Einschläge kamen häufiger und näher: Corona traf die Freunde, deren Kinder, die Großeltern, die meisten Arbeitskollegen. Bisher verschont gebliebenen Menschen konnte die eigene Corona-Ansteckung in den vergangenen Monaten oft nur noch als Frage der Zeit erscheinen. Manche haben aber selbst der gerade abflauenden Omikron-Welle mit Millionen Infizierten bundesweit standgehalten, sich also in über zwei Jahren Pandemie immer noch nicht wissentlich mit Sars-CoV-2 infiziert.

praevenire Gesundheitstage

Covid-19 beschleunigt Digitalisierung enorm

Covid-19 hat die Tendenzen zur Digitalisierung aller Lebensbereiche enorm beschleunigt. Das Problem: Viele Menschen haben wenig Vertrauen in diese Technologien. Ein Zurück allerdings dürfte es auch nicht geben. Österreich hätte mit seinen abgesicherten Gesundheitsdaten eine enorme Chance für die Zukunft, erklärten Fachleute am Dienstag beim Digital Health Symposium als Vorveranstaltung der Praevenire Gesundheitstage in Seitenstetten (18. bis 20. Mai).

KI Künstliche Intelligenz
Coronavirus

Wiener KI-System weist Ärzt:innen auf schwere Verläufe hin

Anhand von Werten aus Routine-Blutuntersuchungen kann ein neues Vorhersage-Instrument, das auf Künstliche Intelligenz(KI)-Methoden beruht, Ärzt:innen mit Covid-19-Prognosen für einzelne Patient:innen unterstützen. Der Algorithmus „lernte“ anhand von Daten über Corona-Verläufe einzuschätzen, welche Personen eher einen schweren Verlauf mit Bedarf an Intensivbehandlung oder Todesfolge nehmen werden.

Krebstherapie

Unterschiedliche Subtypen beim Kleinzelligen Lungenkrebs definiert

Kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC) ist eine bösartige Erkrankung mit besonders hoher Sterblichkeit. Laut einer neuen Studie unter Leitung der MedUni Wien, die gemeinsam mit Forscher:innen aus der Tschechischen Republik, Ungarn, Slowenien, Schweden und den USA durchgeführt wurde, kann SCLC in verschiedene Untergruppen des klinischen Verhaltens unterteilt werden. Diese sprechen unterschiedlich auf Chemotherapeutika und Medikamente an, womit sich Möglichkeiten zur personalisierten Therapie eröffnen.

Wien

Städte sollten wegen Klimawandels Grünflächen aufstocken

In Wien leben schon 8,5 Millionen Bäume und in Graz 2,3 Mio., aufgrund des Klimawandels sollten es aber durchaus mehr werden, erklären österreichische Forscher:innen in der aktuell erschienenen Studie: „Die grüne Stadt aus forstlicher Sicht“. Bäume und Grünflächen kühlen nämlich Siedlungsräume und verringern dort Spitzentemperaturen. Sie bräuchten aber ob der globalen Erwärmung mehr Aufmerksamkeit, weil Bäume und andere Pflanzen wie auch Menschen unter extremer Hitze leiden.

Wien Museum Karlsplatz Umbau

Wien könnte zum Referenzpunkt für das Anthropozän werden

Seit einigen Jahren plädieren Experten dafür, aufgrund des beispiellosen Einflusses des Menschen auf die Erde das gegenwärtige Erdzeitalter „Anthropozän“ zu nennen. Diese Woche tagt in Berlin eine Arbeitsgruppe der Internationalen Kommission für Stratigraphie (ICS), die einen Ort auswählen soll, der die erdverändernde Wirkung des Menschen am besten widerspiegelt. Zur Diskussion stehen zwölf Vorschläge für einen solchen global gültigen Referenzpunkt - einer davon ist Wien.

Medizintechnik

Grazer Forscherin entwickelte „smarte Haut" der nächsten Generation

Die gebürtige Italienerin Anna Maria Coclite hat nach knapp sechs Jahren Forschungsarbeit an der Technischen Universität Graz die „smarte Haut“ der nächsten Generation von intelligenten künstlichen Materialien entwickelt. Ihre „Smartskin“ verbindet multisensorische Eigenschaften und kann Informationen über Feuchtigkeit, Temperatur und Druck erfassen - noch dazu feinfühliger als es die menschlichen Fingerspitzen können, hieß es am Montag in einer Aussendung der TU.

Michael Knoflach
Schlaganfall

„Partizipative Forschung steckt noch in den Kinderschuhen"

25.000 Menschen erleiden in Österreich jährlich einen Schlaganfall. Klinische Forschung bringt zwar neue Therapien hervor, die das Leben nach einem Schlaganfall erleichtern. Die Betroffenene selbst werden allerdings normalerweise nicht in die Planung und Durchführung der Studien einbezogen. Das Innsbrucker Forschungszentrum VASCage (Research Centre on Vascular Ageing and Stroke) geht nun neue Wege: Im Projekt ACTpatient gestalten Menschen mit Schlaganfall den Forschungsprozess von Anfang an mit. medinlive hat den VASCage Forscher und Neurologen Michael Knoflach dazu befragt.

(Eva Kaiserseder)