Trump will 150 Millionen Corona-Schnelltests verteilen lassen

US-Präsident Donald Trump hat die Verteilung von 150 Millionen Coronavirus-Schnelltests durch seine Regierung angekündigt. 50 Millionen der Test-Kits sollen an Altenheime, Einrichtungen zum betreuten Wohnen und andere besonders durch das Virus gefährdete Institutionen ausgegeben werden, wie Trump am Montag mitteilte.

red/Agenturen

Die übrigen 100 Millionen Test-Kits sollten an US-Bundesstaaten und andere Regionalbehörden gehen, um ihnen die Aufhebung von Restriktionen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens zu erleichtern, kündigte der Präsident an. Jeder Testsatz kostet die US-Bundesregierung fünf Dollar (4,30 Euro).

Die Schnelltests stammen vom US-Pharmakonzern Abbott Laboratories. Sie liefern Ergebnisse innerhalb von 15 Minuten bis 30 Minuten. Trump hat den Schnelltest wiederholt gerühmt, er wird auch im Weißen Haus selber angewendet. Trump strebt vor der Präsidentschaftswahl am 3. November eine möglichst weitgehende Rückkehr zum normalen Alltagsleben im Land an.

Abbott Laboratories hat Kritik aus der Fachwelt zurückgewiesen, dass der Schnelltest eine hohe Fehlerquote habe. Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA hatte den Test im August im Rahmen eines Eilverfahrens für Notlagen zur allgemeinen Nutzung zugelassen.

Auch WHO setzt auf die Viertelstunden-Tests

Schnelltests werden auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wichtiges Instrument zur Eindämmung der Pandemie betrachtet. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus kündigte am Montag in einer Online-Pressekonferenz ein Programm zur Verteilung von 120 Millionen Schnelltests an die ärmsten Länder der Welt an.

Die Finanzierung des Programms ist allerdings noch nicht gesichert. Tedros sagte, der „Anfang der Finanzierung“ sei gemacht, die restlichen Mittel müsse die WHO noch zusammenbringen. Das Schnelltest-Programm kostet etwa 600 Millionen Dollar (514 Millionen Euro).

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria will sich mit 50 Millionen Dollar an den Kosten beteiligen. Der Test sei zwar keine „Wunderwaffe“, doch sei er eine wertvolle Ergänzung zu den gängigen PCR-Tests, sagte Fonds-Chef Peter Sands.

Trump ein scharfer Kritiker der WHO

Zwar seien die Tests „etwas ungenauer“, dafür aber auch „viel schneller und billiger und benötigten zudem keine Labore“ für ihre Auswertung, sagte Sands. Das gebe vor allen den ärmeren Ländern die Möglichkeit zur Schließung der „dramatischen Kluft beim Testen“. Die erste Bestellung soll nach seinen Angaben noch diese Woche rausgehen.

Die Schnelltests lassen sich in etwa mit Schwangerschaftstests vergleichen, nur dass die Teststreifen statt auf Hormone auf das virustypische Protein von Sars-CoV-2 reagieren. Experten fordern seit Monaten derartige Tests als Ergänzung der zuverlässigeren PCR-Tests, da es vor allem während der Hochansteckungsphase eines Infizierten wichtig ist, ihn rasch zu entdecken und zu isolieren.

Weltweit sind inzwischen mehr als eine Million Menschen an den Folgen des Virus gestorben, über 33 Millionen haben sich nach Behördenangaben infiziert. Die USA sind mit rund 7,1 Millionen verzeichneten Infektionsfällen und etwa 205.000 gezählten Todesopfern das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.

Trump ist ein scharfer Kritiker der WHO und von deren Umgang mit der Corona-Pandemie. Er hat deshalb den Ausstieg seines Landes aus der UN-Unterorganisation eingeleitet. Der US-Präsident wirft der WHO vor, von China kontrolliert zu werden.

 
© medinlive | 02.12.2020 | Link: https://www.medinlive.at/index.php/wissenschaft/trump-will-150-millionen-corona-schnelltests-verteilen-lassen