Gesundheitspolitik

Ukrainekrieg

Klinikalltag trotz Krieg: Ukrainische Ärzte lernen in Berlin

Behutsam wickelt der Arzt den Verband um den Kopf des Patienten. Eine Kollegin hält den Schlauch fest, der in die Nase des Mannes führt, eine andere kümmert sich um die verbrannten Füße und Hände. Der OP-Saal im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) ist an diesem Morgen voll. Zwischen all den deutschen Ärzt:innen steht Olexander Jazkowyna - ein ukrainischer Chirurg.

Rauchen

Schweiz fällt bei Tabakprävention weiter zurück

Die Schweiz tut zu wenig gegen die Eindämmung des Tabakkonsums. Das stellt die Vereinigung der europäischen Krebsligen fest. In einem europäischen Ranking liegt die Schweiz auf dem zweitletzten Platz.

Viruserkrankungen

Italiens Verfassungsgericht ist für die Impfpflicht

Das italienische Verfassungsgericht hält die von der Regierung in Rom 2021 eingeführte Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Sanitäter, Lehrer und Streitkräfte sowie die Suspendierung von Arbeit und Gehalt für diejenigen, die sich nicht daran gehalten haben, als rechtskonform. Dies wurde von den Verfassungsrichtern am Donnerstagabend beschlossen, nachdem fünf Gerichte Zweifel über die Verfassungsmäßigkeit der Impfpflicht geäußert hatten.

Influenza

mRNA-Impfstoff gegen sämtliche Influenza-Viren

Die mRNA-Technologie soll völlig neue Vakzine möglich machen. Wissenschafter der Universität von Pennsylvania(USA), dort wurde das Verfahren ursprünglich entwickelt, konnten erstmals zeigen, dass ein solcher Impfstoff bei Mäusen und Frettchen eine Immunreaktion gegen alle Influenza A und B-Viren erzeugt und für Schutz sorgt.

Novelle

Gentests in der Schweiz sind jetzt neu geregelt

Das überarbeitete Gesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG) ist in Kraft getreten. Das Gesetz regelt nun nahezu alle Gentests. Als zentrale Regeln gelten dabei bei allen Gentests, dass die betroffene Person in den Test einwilligen muss. Bei urteilsunfähigen Personen, etwa kleinen Kindern, dürfen zudem nur Gentests durchgeführt werden, die medizinisch notwendig sind, wie das Eidgenössische Departement des Inneren (EDI) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag mitteilten.

Warnung Obacht Vorsicht
Infektionswelle

Europäische Experten warnen: Grippe und RSV verbreiten sich

Angesichts einer Welle von RSV- und Grippeinfektionen in Europa haben führende Gesundheitsexperten Risikogruppen zur Impfung gegen Grippe (Influenza) und Covid-19 aufgerufen. Gemeinsam stellten die Erreger eine Gefahr für die Gesundheitssysteme und Bevölkerungen dar. „Das unterstreicht, wie wichtig es für gefährdete Gruppen ist, sich gegen Influenza und Covid-19 impfen zu lassen, und wie wichtig es für alle ist, sich und andere vor Infektionen zu schützen“, hieß es am Donnerstag in einem gemeinsamen Statement von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, WHO-Regionaldirektor Hans Kluge und der Direktorin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, Andrea Ammon.

Deutschland

Aidshilfe fordert gesetzliches Verbot von HIV-Tests im Arbeitsleben

Die Deutsche Aidshilfe hat ein gesetzliches Verbot von HIV-Tests im Arbeitsleben gefordert. „Noch immer glauben manche Arbeitgebende, sie dürften Menschen mit HIV einfach ausschließen, und fügen ihnen damit schweren Schaden zu“, erklärte Vorstand Sven Warminsky am Donnerstag in Berlin anlässlich des Weltaidstags. Die Bundesregierung müsse daher Rechtssicherheit schaffen.

Klimaschutz

Bund hilft Gemeinden mit Vorlagen für Beschlüsse

Auch immer mehr Gemeinden sind in Sachen Klimaschutz aktiv - oder schlicht auf der Suche nach Alternativen, weil ihnen die enorm gestiegenen Energiekosten zu schaffen machen. Der Bund startet nun eine Offensive, um die Kommunen hier zu unterstützen. So werden diesen etwa Vorlagen für Gemeinderatsbeschlüsse zu verschiedenen Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) sprach am Donnerstag bei der Präsentation von einem „Werkzeugkoffer“.

Schnellerer Antragprozess

Leichterer Zugang zu erhöhter Familienbeihilfe für behinderte Kinder

Familien mit Kindern mit einer erheblichen Behinderung sollen künftig leichter die erhöhte Familienbeihilfe für notwendige Zusatzkosten beantragen können, wie im Vorfeld des Tags der Menschen mit Behinderungen (3. Dezember) am Donnerstag im Familienausschuss beschlossen wurde. Konkret soll mit 1. März der Behindertenpass als Nachweis einer erheblichen Behinderung ausreichen, zusätzliche ärztliche Untersuchungen oder Befunde sind nicht mehr nötig, hieß es in einer Aussendung.

Masernimpfung
Infektionskrankheiten

Impflücken: Weg frei für schon besiegt geglaubte Krankheiten

Bereits zurückgedrängte Krankheiten kehren durch mangelnde Impfungen wieder oder könnten verstärkt auftreten. „Die Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte wurden vergessen“, warnte Rudolf Schmitzberger von der Ärztekammer (ÖÄK) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien vor Impfmüdigkeit. Ursula Wiedermann-Schmidt von der MedUni Wien verwies vor allem auf Masern, Keuchhusten und Diphtherie. Beim Arzt- oder Apothekenbesuch kann jeder seinen Impfpass überprüfen lassen.

Pflege

Auch Pflegepersonal in der Justiz bekommt einen Bonus

Auch die aktuell 280 Krankenpfleger und -pflegerinnen in den Justizanstalten bekommen einen Pflegebonus. Im Jänner werden ihnen 2.500 Euro überwiesen. In der allgemeinen gesetzlichen Regelung ist das zwar nicht vorgesehen. Aber Justizministerin Alma Zadic (Grüne) hat beschlossen, dieses „Zeichen der Wertschätzung für ihre hervorragende Arbeit“ auch dem Justiz-Pflegepersonal zukommen zu lassen, bestätigte ein Sprecher einen Bericht der Zeitung „Österreich“.

Infektionskrankheiten

Neuer Name für HIV

Zum Welt-Aids-Tag (1. Dezember) hat ein Netzwerk junger Leute einen neuen Namen für HIV gefordert. Das Virus kann unbehandelt zur Immunschwächekrankheit Aids führen, ist aber gut behandelbar. „Der Begriff „HIV“ ist tödlich. Das Leben mit dem Virus (...) muss es nicht sein“, schrieb das Netzwerk Youth Against Aids in einem offenen Brief an den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er wurde am Donnerstag unter anderem in der „Neuen Zürcher Zeitung“ veröffentlicht.

Red Ribbon
HIV

Weltweit 38,4 Millionen Menschen mit Infektion

Bis zum Jahr 2030 wollen die Vereinten Nationen Aids eliminieren. Doch die Zahl der HIV-Neuinfektionen und Aids-bedingten Todesfälle steigt in einigen Teilen der Welt. Ungleichheiten seien der Hauptgrund für die mangelnden Fortschritte, hält das UNO-Programm für die Bekämpfung von Aids (UNAIDS) zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember fest. Weltweit leben 38,4 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion, in Österreich gibt es rund 9.000 Infizierte.

Patchwork
Kinder und Jugendliche

„Gesundheitsversorgung für Kinder Fleckerlteppich"

Die Gesundheitsversorgung für Kinder und Jugendliche ist in Österreich unzureichend, kritisierten Experten Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz. Laut einer Erhebung gäbe es zu wenige Therapeuten und Mediziner für diese Altersgruppe, die ein Viertel der Bevölkerung ausmacht, oft monatelange Wartezeiten und die Versorgung gleiche landesweit einem „Fleckerlteppich“. Ein Kinderministerium und diverse vorgeschlagene Maßnahmen könnten die Situation verbessern, sagten sie.

Corona-Maßnahmen

China lockert Corona-Regeln und erlaubt häusliche Quarantäne

China lockert Insidern zufolge seine strikten Corona-Regeln. So solle es bestimmten positiv auf Covid-19 getesteten Menschen erlaubt werden, sich zu Hause in Quarantäne zu begeben, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Dies solle zusammen mit anderen Maßnahmen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Es wäre eine grundlegende Änderung der strikten Null-Covid-Politik Chinas.

Englands Spitäler

Britische Krankenwagen warten vor Notaufnahmen

Der Stau von Rettungsfahrzeugen vor Notaufnahmen in Großbritannien wird immer größer. Jede Woche würden mehr als 10.000 Krankenwagen mindestens eine Stunde darauf warten, dass die Patient:innen übernommen werden, berichtete die BBC am Donnerstag unter Berufung auf eigene Auswertungen. Dies bedeute, dass Mitte November jede achte Krankenwagen-Besetzung betroffen gewesen sei. Die Probleme würden die Gesundheit von Patient:innen enorm gefährden, so die BBC.