Interview Sucht

„Das Punschkrapferl ist kein Grund zur Panik!"

Barbara Gegenhuber ist Klinische- und Gesundheitspsychologin, Suchtexpertin und Geschäftsführerin des Schweizer Haus Hadersdorf, einer Therapieeinrichtung für Abhängigkeitserkrankungen in Wien. Im Gespräch mit medinlive erzählt sie, warum sie Abstinenz nicht als Weisheit letzter Schluß begreift, bei welchen Aspekten Frauen und Männer oft ganz unterschiedliche Suchtgeschichten haben und welche Mythen rund um das Thema Drogen ihr immer wieder begegnen.

Eva Kaiserseder

medinlive: Beginnen wir unser Gespräch mit einem Blick nach Nordamerika, aus aktuellem Anlaß. Dort grassiert seit einigen Jahren die so genannte Opioidkrise, also der der missbräuchliche Gebrauch von Opioiden, die allerdings von den dortigen Ärzten verschrieben wurden. Wie kann man sich das vorstellen, warum kann so etwas in diesem Umfang passieren und welche Rolle haben die Mediziner gespielt?

Gegenhuber: Zum einen ist in Amerika die Verschreibungspraxis eine ganz andere. In Mitteleuropa gibt es ein wesentlich strengeres und sehr gutes Reglementarium dazu, wie Opioide abgegeben werden dürfen, das passiert unter strengen Auflagen und Kontrollen. In Amerika war es so, dass Menschen, nach massiver Bewerbung durch Pharmafirmen, sehr schnell in teilweise sehr hohen Dosierungen opioidhaltige Schmerzmittel verschrieben bekommen haben und davon abhängig wurden. Wenn sie dann keine mehr von ihrem Arzt erhalten haben, aber bereits süchtig waren, wurden sie somit in die illegale Beschaffung gezwungen. Wir sprechen hier von Oxycontin, Fentanyl und ähnlichem, also sehr schnell süchtigmachenden Medikamenten.

In den USA ist es zusätzlich problematisch, dass die Krankenversicherungen schwankend sind, das heißt, von Ärzten werden Medikamente, Opioide, verschrieben, die dann aber nicht mehr von der Kasse bezahlt werden, weil die Versicherung weggefallen ist. Auch hier landen die Menschen dann vielfach bei der schon erwähnten illegalen Beschaffung. Fentanyl und Co. gibt es bei uns natürlich auch, etwa in der Anästhesie, aber die Verschreibungspraxis und Verwendung ist eine ganz andere. Das Schwierige ist, das sind ja alles hochpotente, sehr gute Medikamente, das heißt, die Medikamente an sich zu verteufeln ist in dem Fall falsch, die Verschreibungspraxis muss sich in den USA ändern. In Österreich bekommen Opioide diejenigen, die es brauchen, auch im Rahmen der Substitutionstherapie, aber gegen Missbrauch auf dieser Ebene, wie es in den USA passiert ist, sind wir recht gut gefeit.

medinlive: Die nächste Frage ist eine sehr komplexe, große Frage, dessen bin ich mir bewusst, ich stelle sie trotzdem. Wie sind unterschiedliche Kulturen seit jeher mit unterschiedlichen Rauschmitteln umgegangen, etwa Südamerika? Die Lust am Rausch ist ja etwas Uraltes. Und warum ist in Österreich der Alkohol gar so ein Dauerbrenner? Laut OECD-Studie liegen wir beim Konsum nach Litauen an Platz zwei. 

Gegenhuber: Spontan denken da die meisten wohl an Südamerika, Stichwort Kokablätter. Bolivien hat sogar extra eine Sonderregelung in der UN-Drogenkonvention bekommen, damit sie Kokablätter anbauen dürfen, weil der Konsum einfach sehr fest in der Kultur verankert ist. Die Pflanze wächst dort, das Kauen der Blätter hat Tradition, das wird auch deswegen dort verwendet, weil es den Umgebungsbedingungen entspricht. Wenn man in die Anden fährt, ist die Luft dünner, die Kokablätter sollen gegen die Höhenkrankheit wirken, sie unterdrücken die Müdigkeit und sind anregend, sprich, das macht für die Bewohner dort durchaus Sinn und ist kulturell gewachsen.

In unserer Breiten dagegen ist man bereits im Mittelalter draufgekommen, dass vergorene Früchte spezielle Effekte haben. In Österreich war das eben der Alkohol als kulturell gewachsenes Gut, Umgebungsbedingungen haben damit etwas zu tun und geschichtliche Umstände.

medinlive: Was sind denn „klassische“ psychische Faktoren, die Süchte begünstigen?

Gegenhuber: Dazu gehören neben Depressionen, Angststörungen auch Dinge wie wenig Selbstwertgefühl oder die Herkunft: Wenn man in suchtbelasteten Familien aufgewachsen ist etwa. Oder Traumatisierungen, seien es Kriegstraumata oder Missbrauch, da gibt es ein breites Spektrum.

medinlive: In Ihrem kürzlich erschienen Buch schreiben Sie außerdem über Sucht und Gender. Wie sind denn aktuell die Zahlen, wie viele weibliche Alkoholkranke gibt es und wie viele männliche und wie hat sich das statistisch verändert und entwickelt?

Gegenhuber: Grundsätzlich kann man bei allen Abhängigkeitserkrankungen davon ausgehen, dass ein Drittel der Betroffenen Frauen sind und zwei Drittel Männer. Was man schon merkt in den vergangenen Jahren und was ich auch spannend finde, ist, dass der Anteil an Frauen zugenommen hat und dass das sicherlich eine Folge der Emanzipation ist. Dass sich auch Frauen trauen, in der Öffentlichkeit zu trinken, sich einer anderen Sozialisation bedienen wollen. Überspitzt gesagt war es früher so, dass sich Männer in Bars getroffen haben, Frauen waren zu Hause und haben die Kinder gehütet. Es war eher verpönt, wenn man als Frau getrunken hat als andersherum. Zum Teil ist das ja immer noch so. Männer gelten im positiven Sinne als trinkfest, für sie ist das auch eine Art Initiationsritus, wieviel ein Teenager „verträgt“, bei Frauen sind ein paar Bier ein Grund für schiefe Blicke. Noch immer. Trotzdem merkt man wie gesagt gesteigerte Trinkmengen, Frauen wollen sich auch das Recht auf Rausch nehmen, dass Männern lange vorbehalten war, und leben das sichtbarer. Auch bei Rauchern merkt man das übrigens: Die Raucherzahlen insgesamt gehen zwar zurück, aber die Zahlen bei den Raucherinnen steigen prozentuell an, wie bei anderen Drogen auch.

medinlive: Wie sieht das dann in der Therapie aus, welche Unterschiede gibt es da, wie berücksichtigt man den Genderaspekt?

Gegenhuber: Da gibt es ein paar Aspekte, zum Beispiel muss man sich die Sozialisation der Person genauer anschauen. Gerade bei Frauen mit Drogenabhängigkeit, die in einer Partnerschaft mit einem abhängigen Partner leben, ist es so, dass man diese weibliche Identität, das Frausein, stärken sollte. Die Frau soll nicht die sein, die dem Partner immer hilft ohne Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse, sondern sie darf und soll auch zuerst auf sich selbst schauen. Dieser Aspekt gehört gefördert.

Der andere Aspekt ist, dass man auf Traumatisierungen durch Missbrauch besonders Rücksicht nimmt. Die gibt es bei Männern zwar auch, wie wir wissen, aber nicht in diesem Ausmaß.  Es gilt auch, Frauen vor den Männern zu schützen, das muss man in dieser Direktheit sagen, und ich halte es auch für notwendig, eigene Strukturen zu schaffen, in denen Frauen behandelt werden, damit sie nicht immer nur „mit“behandelt werden. Es gibt zum Beispiel bei uns in der Einrichtung keine gemischten Psychotherapiegruppen, denn es ist sehr schwierig, in der Therapie über den Missbrauch durch den eigenen Partner zu sprechen, wenn da lauter Männer sitzen und zuhören. Ich glaube, Frauen brauchen hier einen geschützten Rahmen, um sich mit der Sucht, mit der Entstehung ihrer Sucht, mit den Dingen die ihnen widerfahren sind, auseinanderzusetzen. Männliche Sucht funktioniert teilweise sehr anders.

medinlive: Wenn Sie jemandem erklären müssten, was eine klassische weibliche und was eine klassisch männliche Suchtgeschichte ist, wie würde das aussehen? Gibt es so etwas überhaupt?

Gegenhuber: (lacht) Nein, ich glaube es gibt tatsächlich keine klassische Suchtgeschichte, egal ob bei Mann oder Frau, die Wege in eine Sucht und damit auch heraus sind so verworren und so vielfältig. Aber man weiß durchaus, dass es bestimmte Faktoren bei Männern und Frauen gehäuft gibt. Bei Frauen sind das etwa verstärkt sexuelle Gewalt in der Vergangenheit oder Traumatisierungen, Frauen leben häufiger in süchtigen Partnerschaften. Bei Alkoholabhängigen ist es so, dass bei Paaren oftmals der Mann trinkt und die Frau nicht, bei Drogenkranken sind es oft beide, die süchtig sind. Süchtige Frauen suchen sich häufig süchtige Partner, bei Männern ist das nicht der Fall.

medinlive: Warum ist das so?

Gegenhuber: Ich glaube schon, dass das etwas mit dieser weiblichen Tradition des Sich-Sorgens, des Kümmern etwas zu tun hat, das spiegelt sich darin wider. Es ist auch in der Therapie zu beobachten, dass die Frauen häufig das Gefühl haben, sie müssten sich um die Männer kümmern. Wenn die gemeinsam in Therapie sind, dann schauen Frauen nicht auf sich, sondern auf den Partner, geht es dem gut? Es muss aber in erster Linie einmal darum gehen, dass diese Frauen selber wieder fit sind und auf sich schauen. Was wir leider auch oft beobachten: Ein Paar beginnt gemeinsam eine Therapie, der Mann bricht ab, die Frau geht mit, aber wenn es umgekehrt ist, dann ist es häufig nicht so. Da wird ein gewisses Muster deutlich sichtbar, das sind dann oft instabile Beziehungen, und da wird deutlich, dass es in der Vergangenheit hier auch instabile Beziehungen gab, sei es mit den eigenen Eltern oder früheren Partnern.

medinlive: Wie hat sich der Umgang mit Drogenkranken eigentlich in den letzten Jahrzehnten geändert, Stichwort Entkriminalisierung und Ende des Abstinenzparadigmas? Es wäre für mich persönlich ohne Suchtproblematik schon eine schier unlösbare Aufgabe, etwas, das ich mag, ein Leben lang abzuschwören, ganz zu schweigen von jemandem mit einer schweren körperlichen Abhängigkeit.

Gegenhuber: Das Abstinenzparadigma ist schwierig und Gott sei Dank auch nicht mehr State of the art. Dazu sage ich immer: Man nehme jemandem seine Krücke weg und schicke ich ihn mit zwei gebrochenen Beinen wieder hinaus in dieselbe Situation, aus der er kommt. Das kann nicht funktionieren.  Die Menschen gehen mit so großen Hoffnungen in einen Entzug, aber das einzige, was passiert, ist, dass die Substanz entzogen wird, ihre psychischen Probleme rundherum, die Ursachen für die Sucht, das soziale Umfeld, eine eventuelle Wohnungslosigkeit - all das wird nicht repariert. Das Ziel der völligen Abstinenz hat sich aber zumindest in Österreich Gott sei Dank sehr geändert und auch in anderen Staaten ist da ein Umdenken passiert. Das Schweizer Haus Hadersdorf war übrigens die erste Einrichtung europaweit, die auch stationär substituiert hat, also Opioidabhängigkeit mit Ersatzmedikamentation behandelt hat. Das wurde am Anfang durchaus recht kritisch beäugt, mittlerweile gibt es meines Wissens kaum eine Therapieeinrichtung in Österreich, die das nicht macht. Man weiß einfach mittlerweile, bei Opioidabhängigkeit ist die Substitutionstherapie die Methode der Wahl. Darauf kann man dann aufbauen, mit Psychotherapie, psychologischer Betreuung, Wohnungssuche, einer Tagesstruktur und wenn das funktioniert, kann man noch immer überlegen, ob man die Substanz entzieht. Wobei es für viele Menschen auch die Methode der Wahl ist, ein Leben lang zu substituieren.

Abstinenz darf meiner Meinung nach durchaus das Ziel sein, sie darf aber niemals der Weg sein. Wenn am Ende dieses Weges die Abstinenz steht, ist es gut, wenn das aber der kontrollierte Konsum ist, in dessen Rahmen die Menschen ihre Wohnung behalten, sich in der Legalität bewegen, eventuell sogar arbeitsfähig sind, dann ist auch schon sehr viel gewonnen. Damit unterscheiden sich diese Menschen nicht so sehr von vielen Österreichern, die am Abend heimkommen und zwei, drei Bier trinken. Und dieser Ansatz ist auch nicht so sehr mit dem Damoklesschwert des Scheiterns verbunden, mit diesem schambesetzten Gefühl, „es“ wieder nicht geschafft zu haben, mit der Droge gänzlich aufzuhören.

Es ist ja auch absurd, vergleichen Sie etwa die Situation mit den Rauchern: Jeder weiß, Silvester nimmt man sich gerne vor damit aufzuhören, aber spätestens zu Ostern ist der gute Vorsatz dahin und es braucht einfach ein paar Anläufe, bis das Aufhören gelingt. Aber von schwer kranken Menschen, die körperlich abhängig sind, hat man lange Zeit diese absolute Herkulesleistung verlangt, dass sie auf Anhieb von einer schwer süchtigmachenden Substanz loskommen! Das bringt nichts, nur Scham und schuldbesetzte Gefühle. Der Abstinenzfetisch ist also aus meiner Sicht verkehrt, die Menschen sollen einfach stabil leben können trotz Suchterkrankung.

medinlive: Und das Thema Prohibition und Verbote, wie stehen Sie dazu? Kann das ein Weg oder zumindest ein Teil des Weges sein?

Gegenhuber: Nein, das sieht man ja auch an der Geschichte, die berühmt-berüchtigte Prohibition in den USA in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat zum Beispiel nicht ansatzweise funktioniert.

medinlive: Gibt es eigentlich Staaten, wo Alkohol heute komplett verboten ist?

Gegenhuber: Ja, beziehungsweise ist er dort sehr stark reglementiert. Ein Beispiel: Ich war vergangenes Jahr im Norden Indiens und in dem Bundesstaat gibt es einen sehr strengen Umgang mit Alkohol. Es gibt spezielle Geschäfte wo man Alkohol kaufen kann, wir als Ausländer etwa konnten dort gar keinen Alkohol kaufen, das dürfen nur Inder und das nur ab einem gewissen Alter, es wird also sehr streng gehandhabt. Im Supermarkt gibt es keinen Alkohol, auch in vielen Restaurants und Hotels nicht. Das hat aber nicht wie angedacht zur Folge, dass die Inder keine Alkoholprobleme mehr haben, sondern dort gibt es das Problem, dass es immer wieder plötzlich auf einen Schlag 100, 200 Tote gibt und zwar, weil sie Alkohol pantschen und dann gleich halbe Dörfer nach einem Fest mit gepantschtem Alkohol versterben. Hier sieht man ganz deutlich, mit Verboten kann man diesem Bedürfnis nach Rausch, das dem Menschen, egal wo, innewohnt, nicht beikommen. Man kann Substanzen eingrenzen, das ja, derartige Reglementierungen machen Sinn, siehe Opioide in den USA. Eine Regulation bringt also natürlich etwas als ein Teil einer Strategie, aber das ist etwas anderes als Prohibition und Totalverbot. Das merkt man zum Beispiel auch mit diesen neuen psychoaktiven Substanzen, die sich damals um 2008 herausgebildet haben im Zuge des Cannabisverbotes. Stichwort Spice, also synthetische Cannabinoide. Die sind eigentlich viel gefährlicher als das Cannabis selbst und waren eine Folge der Cannabis-Prohibition.

medinlive: Apropos Cannabis, der „Einstiegsdroge“, wie sie gern genannt wird: Welche Mythen rund um das Thema begegnen Ihnen in Ihrem Alltag am öftesten?

Gegenhuber: Der Klassiker ist tatsächlich derjenige, dass Cannabis der Türöffner ist für alle anderen Drogen und das Heroin oder Crystal Meth schon nach dem ersten Versuch süchtig machen.

Was sehr verbreitet ist, gerade in Österreich, ist auch das berühmte Punschkrapferl: Wenn man einmal alkoholabhängig war, darf man nie wieder auch nur einen Tropfen anrühren, auch in Form einer Mehlspeise, sonst ist man sofort wieder rückfällig.

medinlive: Wie entkräftet man das?

Gegenhuber: Da muss ich jetzt ein bisschen ausholen. An sich weiß man, dass das ein Unsinn ist, es ist ja nicht die Substanz alleine an sich, die abhängig macht, da gehören viele Faktoren dazu. Es gibt genug Menschen, die einmal alkoholabhängig waren und dann zu einem kontrollierten, sozial verträglichen Konsum zurückfinden, ich vermute sogar fast, die sind in der Mehrheit. Die Schwierigkeit an diesem Mythos ist, dass die Betroffenen selbst an ihn glauben. Was zur Folge hat, dass das Ganze zu einer self-fulfilling prophecy wird. Die Menschen sind in Therapie, sind abstinent, und dann gibt es bei einer Familienfeier oder Ähnlichem ein Glas Sekt, wo sie mittrinken und gleichzeitig denken: Oh Gott, ich war rückfällig, ich habe versagt!

Was tut man dann? Das kennt man aus anderen Bereichen, auch von sich selbst (lacht): Dann kommt das, was der Psychologe „erlaubniserteilende Gedanken“ nennt, dieses „Jetzt ist es auch schon egal“ und dann kommt das Gefühl des Versagens dazu. Dann sind die Betroffenen wieder mittendrin in diesem Gedankenkreisel aus Scham und Schuld und was tut ein Süchtiger, um unangenehme Gefühle zu verdrängen? Wieder die gewohnte Substanz konsumieren, die ihm schon einmal dabei geholfen hat, Unangenehmes wegzuschieben. In der Psychologie nennt man das auch das Abstinenzverletzungssyndrom. Und das ist der wahre Grund, warum Leute wieder zu trinken anfangen nach dem berühmten Punschkrapferl oder Glas Sekt. Denn das spielt sich alles im Kopf ab. Und wenn es das nicht geben würde, wäre es leichter, dann würde sich der Betroffene denken, „ruhig bleiben, das war eine Momentaufnahme und jetzt lebe ich wie gewohnt weiter“, ohne in Panik zu verfallen.

Was an Mythen noch sehr problematisch ist, weil es die Menschen nämlich daran hindert, in Therapie zu gehen: Dass eine Therapie auf hundertprozentige Abstinenz abzielt. Wie wir vorher besprochen haben, stimmt das so schon lange nicht mehr. Es gibt so etwas wie zieloffene Suchtarbeit, und das Ziel kann natürlich auch sein, etwa die harten Getränke wegzubekommen, und oft entwickelt sich aus diesem Ansatz dann noch etwas anderes heraus, etwa auch Wein und Co. stark zu reduzieren. 60 Prozent der Patienten die in Therapie gehen, haben gar nicht den Plan, abstinent zu sein, sie sagen es aber dort, weil sie glauben, es „gehört sich so“.

medinlive: Und der Mythos rund um so potente Opioide wie Heroin, „einmal benutzt und sofort süchtig“: Was antworten Sie darauf?

Gegenhuber: Ich würde vermuten, dass ganz viele Menschen schon einmal Opioide oder Benzodiazepine bekommen haben, ohne dass sie sich dessen so bewusst waren, im Spital zum Beispiel nach einer Operation, und da wird dann auch nicht jeder süchtig. Heroin ist ja nichts anderes als ein synthetisches Opioid. Es gibt auch genug Abhängige, die da oder dort Substanzen nehmen, die ihnen nicht gefallen, die sich durchprobieren, je nachdem was ihre Bedürfnisse erfüllt. Und die sind auch nicht sofort von jeder Substanz abhängig. Es probieren viel mehr Menschen Drogen, ohne süchtig zu werden, als wir annehmen.

medinlive: Es ist laut ICD natürlich sehr klar definiert, was Sucht und Abhängigkeit ist, mich würde allerdings die griffigere Einteilung in Gebrauch und Missbrauch interessieren. Wo fängt der Missbrauch an? 

Gegenhuber: Der Gebrauch ist mit angenehmen, positiven Gefühlen verbunden, etwa die Firmenfeier, die Familienfeier, das gemeinsame Anstoßen.

Der Missbrauch setzt dann ein, wenn ich eine Substanz dazu verwende, unangenehme Gefühle wegzudrücken. Etwa: Heimkommen nach einem mühsamen Tag, Streit mit dem Chef, Frust, und als erstes einen Schnaps brauchen. Wenn das regelmäßig passiert, dann bewegt man sich schon in Richtung Missbrauch. Auch schüchterne Menschen, die vorher trinken müssen, um sich unter Menschen zu trauen, das kann problematisch werden. Dazu kommt, dass man unter Alkoholeinfluss Dinge macht, die man nicht tun sollte, zB. trinken, obwohl man schwanger ist, angetrunken autofahren, verkatert in die Arbeit gehen… man weiß, man sollte das nicht, tut es aber trotzdem. Da ist schon ein großer Unterschied zum genießenden Gebrauch. Wenn ich von einer im ICD definierten Abhängigkeit spreche, dann kommen die körperlichen Toleranz- und Entzugserscheinungen dazu, wenn ich merke, der Körper braucht eine höhere Dosis der Substanz und dass er sich meldet, wenn er die Substanz nicht mehr bekommt. Auf der anderen Seite fokussiert man sehr stark auf das Suchtmittel, man geht nicht mehr in die Arbeit, trifft keine Menschen mehr, diese Dinge gehören hier dazu. Andere Dinge, die einem sonst Freude bereitet haben, geraten in den Hintergrund. Das Craving, also der extrem starke Zwang, das Suchtmittel haben zu müssen, taucht auf. Und das ist ja das Schwierige in der Therapie: Der Kontrollverlust und diese gedankliche Einengung auf das Suchtmittel soll ausgeschaltet werden, dabei definiert genau das ja eine Sucht und deswegen werden Menschen auch immer wieder rückfällig.

medinlive: Sind bei substanzgebundenen und substanzungebundenen Süchten wie etwa Onlinesucht eigentlich dieselben Hirnareale aktiv?

Gegenhuber: Ja, teilweise schon, und es hat auch dieselben Auswirkungen, wenn auch keine körperlichen Entzugserscheinungen. Aber auch das ist so eine Mär: Sucht muss immer mit körperlichen Symptomen verbunden sein. Das ist nicht der Fall, denken Sie an Glücksspielsucht oder auch Kokain, das macht nicht körperlich abhängig, aber stark psychisch.

medinlive: Gibt es eigentlich Zahlen zur Sucht bzw. zum Substanzkonsum? Ich nehme an, diese zu bekommen ist kein leichtes Unterfangen.

Gegenhuber: Genau. Die Zahlen bei den Abhängigen wissen wir etwa, aber die Freizeit- und Probierkonsumenten von illegalisierten Substanzen genau zu beziffern, das ist natürlich schwierig.  Es gibt unter anderem Global online Surveys, aber da machen verstärkt diejenigen mit, die das Thema interessiert, insofern gibt es da einen bias. Selbst bei den Abhängigen gibt es nur Hochrechnungen, wenn auch ziemlich genaue.

medinlive: Was ist denn momentan der state of the art in der Suchttherapie? Maßgeschneidert und genderspezifisch habe ich schon ein bisschen herausgehört, aber was sind weitere tragende Säulen?

Gegenhuber: Eine davon ist natürlich die Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit, und dann gibt es unterschiedliche Aspekte, die verschiedene Ebenen bedienen. Etwa alles, was mit der Entwöhnungsbehandlung zu tun hat, wo man herausfinden muss, welche Grundstörungen gibt es?

Das ist wichtig zu wissen, denn ganz viele Menschen mit einer Substanzabhängigkeit haben eine zusätzliche psychische Störung, häufig sind es Depressionen oder Angststörungen. Das sind wahrscheinlich 2/3 bis 3/4 der Betroffenen, die brauchen hier eine spezifische Behandlung, klinische Psychologie, Psychotherapie, psychiatrische Behandlung. Da gibt es ein breites Spektrum an Interventionsmöglichkeiten.

Auf der dritten Ebene kommt die soziale Integration dazu, denn es ist sinnlos, mit jemandem eine Entwöhnung zu machen und denjenigen dann in einen ungeregelten Alltag, womöglich noch ohne Wohnung, zu entlassen. Schuldenregulierung, Tagesstruktur, Wohnsituation, das alles gehört hier dazu. Ich würde auch noch eine vierte Ebene benennen, nämlich sich mit einem potentiellen Rückfallgeschehen auseinanderzusetzen, eine Rückfallsprophylaxe zu entwerfen. Also nicht zu sagen, „Sie dürfen nie wieder zu konsumieren!“, sondern einen Plan zu haben, wenn eben doch ein Rückfall passiert, wie man damit umgeht, wie man das händelt. Es geht darum, offen mit der Thematik umzugehen, wenn man das nächste Mal in Versuchung kommt. Das man schaut, wie man den Rückfall abfedern kann, ihn nicht so massiv ausfallen lässt, möglichst schadensminimierend. Diese Punkte, würde ich sagen, sind das Wichtigste: Die medizinische Ebene, die psychologische, die soziale und auch die Rückfallsprophylaxe.

Das Ganze ist natürlich höchst individuell, es gibt Patienten, die sind relativ stabil, haben Arbeit und eine Wohnung, und auf der anderen Seite kommen Menschen, die Hilfe suchen, die 30 Jahre Drogen konsumiert haben, auf der Straße leben und denen es gesundheitlich schon sehr schlecht geht.

medinlive: Was wir jetzt noch gar nicht besprochen haben, ist die rechtliche Situation in Österreich.

Gegenhuber: Stimmt. Also das System „Therapie statt Strafe“ finde ich grundsätzlich gut. 1998 ist das Suchtgiftgesetz vom Suchtmittelgesetz abgelöst worden, wo dieser Ansatz noch ausgebaut wurde. Im europäischen Vergleich ist Österreich damit gut aufgestellt, aber natürlich gibt es Schwachstellen. So heißt es etwa, der Patient muss motiviert und fähig sein Psychotherapie zu machen, man filtert sozusagen aus, bei wem eine Behandlung effizient sein könnte. Da würde ich persönlich einen Zugang optimal finden, wo man herausfindet, bei wem Hilfe auf welcher Ebene und mit welcher Methode Sinn macht, denn dass eine Behandlung Sinn macht, davon gehe ich aus. 

medinlive: Was passiert, wenn jemand abgelehnt wird?

Gegenhuber: Dann bleibt er in Haft und das ist das Problem. Oft sind das Menschen, die schon lange schwer krank sind, wo man sagt, der ist nicht motiviert genug, der hatte schon mehrere Versuche.  Das sind aber oft diejenigen Menschen, die es am Nötigsten brauchen würden. Da besteht aus meiner Sicht ein Optimierungsbedarf. Aber das System an sich ist eigentlich gut.

medinlive: Wie sieht es gesetzlich eigentlich bei Cannabiskonsumenten aus? 2016 gab es ja eine Änderung.

Gegenhuber: Also, grundsätzlich gibt keinen noch so minimalen erlaubten Eigengebrauch in Österreich, das ist wichtig zu verstehen. Es gibt Grenzmengen an Reinsubstanz, alles darunter ist ein Vergehen, alles darüber ein Verbrechen. Bei Cannabis hat man es sehr milde geregelt, dass man, wenn man zB. drei Gramm Cannabis in der Tasche hat und erwischt wird, zur Gesundheitsbehörde vorgeladen wird. Dort kann dann durchaus festgestellt werden, dass gar nichts weiter zu tun ist. Passiert das allerdings öfter, dass man Sie mit drei Gramm erwischt, dann greifen bestimmte Betreuungs- und Behandlungsmaßnahmen, etwa Psychotherapie, Harntests oder ähnliches.

medinlive: Stichwort Depotsubstituierung in der Therapie: Was halten Sie davon? In Deutschland funktioniert das meines Wissens ja ganz gut. In Österreich wäre ja nur eine Adaptierung im heimischen Suchtmittelgesetz nötig, oder?

Gegenhuber: Genau, es ist vorgeschrieben, dass es eine orale Substitution sein muss, und man müsste das dahingehend ändern, dass es auch subkutan möglich ist.

medinlive: Halten Sie das für einen gangbaren Weg?

Gegenhuber: Für einen Teil der Patienten. Ich glaube aber auch, dass die tägliche Abholung des Substitutionsmittels eine gewisse Struktur bietet. Außerdem gibt es natürlich unterschiedliche Mittel, die unterschiedlich wirken. Für alle ist die Depotsubstitution definitiv nicht geeignet. Wenn man sich einmal im Monat dieses Medikament spritzt, dann muss man schon sehr stabil sein. Es  handelt sich um ein Buprenorphinpräparat und das gehört ohnehin nicht zu den am häufigsten verwendeten Mitteln, das sind nämlich retardierte Morphine.

Wir arbeiten auch in der Behandlung damit, mit diesem Strukturschwerpunkt, wir substituieren im Schweizer Haus Hadersdorf selber. Nach der stationären Behandlung sind die Patienten noch relativ lange da, zwischen drei und sechs Monate in einem tagesklinischen Programm, um die Kontinuität aufrechtzuerhalten. Gerade nach der stationären Therapie ist das wichtig, denn das ist der schwierigste Part, man ist „draußen“ konfrontiert mit alten Freunden und der gewohnten Umgebung. Wenn die Menschen ihre Substitutionsmedikamente hier bei uns bekommen, dann ist das ein gutes Setting, es geht ja auch um den sozialen Zusammenhalt, darum, Teil einer Gruppe zu sein, in der man nicht der stigmatisierte Süchtige ist, um neue Freundschaften.

 

Infobox

Der Drogenbericht 2019 zeigt eine stabile Lage bei illegalen Suchtmitteln in Österreich. Die Opioidproblematik geht zurück, es gibt keine Anzeichen einer Verlagerung des riskanten Konsums zu anderen Substanzen, weshalb von einer Entspannung der Drogensituation auszugehen ist, so die Herausgeber.

Im Auftrag des Sozialministeriums wurden der Drogenbericht und der Epidemiologiebericht Sucht 2019 des Kompetenzzentrums Sucht (KOSU) der Gesundheit Österreich GmbH erstellt. „Fast alle verfügbaren Daten des Drogenmonitorings zeigen einen Rückgang bzw. eine Stagnation des risikoreichen Opioidkonsums in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen", sagte Martin Busch, Leiter des Kompetenzzentrums Sucht. „Das heißt, erfreulicherweise steigen immer weniger junge Menschen in den Opiatkonsum ein", erklärte der Experte.

Suchtmittel Nummer eins der Österreichrinnen und Österreicher bleibt weithin Nikotin. Jede vierte bis fünfte Person gibt dem aktuellen Bericht zufolge an, täglich zu rauchen. Ein Drittel davon hat im Lauf des letzten Jahres erfolglos versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Frauen rauchen nach wie vor etwas seltener und im Durchschnitt weniger Zigaretten pro Tag als Männer, ihr Rauchverhalten hat sich jedoch jenem von Männern über die Jahrzehnte zunehmend angeglichen. Im Europäischen Vergleich liegt Österreich bei den täglich Rauchenden über dem Durchschnitt. Tabakrauchen (inklusive Passivrauchen) ist in Österreich gemäß aktueller Schätzungen für 15 Prozent aller Todesfälle verantwortlich.

In den vergangenen Jahren gibt es einen Konsumrückgang bei Kindern und Jugendlichen: Bei den 15-Jährigen hat sich der Anteil der täglich Rauchenden seit 2002 mehr als halbiert. „Es ist einfach nicht mehr so „in“ zu rauchen", konstatierte Busch. Dennoch liegt der Anteil der täglich Rauchenden auch in dieser Altersgruppe über dem europäischen Durchschnitt. Und der Trend geht hin zur Wasserpfeife. Bei einer Befragung gaben mehr Jugendliche an, im vergangenen Monat zumindest einmal Shisha geraucht zu haben, als herkömmliche Zigaretten, sagten die Experten.

Beim Alkohol wird die Bevölkerung zurückhaltender: Der problematische Alkoholkonsum, alkoholassoziierte Erkrankungen und Todesfälle sind seit Jahren rückläufig. Aber 14 Prozent der Erwachsenen haben einen problematischen Konsum, so Suchtforscher und Gesundheitspsychologe Alfred Uhl. „Alkohol ist ein integriertes Element der österreichischen Kultur und Gesellschaft und als solches kaum wegzudenken", sagte der Experte. Er forderte mehr Bewusstseinsbildung darüber, dass Alkoholkonsum auch ein Problem werden bzw. sein kann. Bei Jugendlichen seien nicht jene mit dem ersten Rausch ein Problem, sondern jene, „die mit vier Bier keinen Rausch haben". Etwa fünf Prozent der Schüler und Schülerinnen von 14 bis 17 Jahren konsumieren so viel Alkohol, dass es längerfristig ein Gesundheitsrisiko darstellen würde. Alkoholassoziierte Todesfälle sind seit den 1990er-Jahren rückläufig. Im Jahr 2016 wurden 1,4 Prozent aller Todesfälle explizit mit Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. Die tatsächliche Anzahl der Todesfälle, bei denen exzessiver Alkoholkonsum eine wesentliche Rolle gespielt hat, wird jedoch höher liegen.

Konsumerfahrungen mit illegalen Drogen finden in Österreich am häufigsten mit Cannabis statt. 30 bis 40 Prozent der jungen Erwachsenen haben schon einmal einen Joint geraucht. Ein problematischer Konsum bzw. eine Abhängigkeit beschränkt sich laut Busch „meist auf eine kurze Lebensphase". Aus den meisten Repräsentativstudien ergeben sich weiters Konsumerfahrungen von maximal vier Prozent für Ecstasy, Kokain und Amphetamin sowie maximal zwei Prozent für Opioide und Neuepsychoaktive Substanzen (NPS). Generell beschränkt sich der Konsum illegaler Substanzen aber meist auf eine kurze Lebensphase.

Rund 35.000 Menschen mit risikoreichem Opioidkonsum in Österreich

Klar abzugrenzen von Probierkonsum und weitgehend unproblematischem, gelegentlichem Konsum ist der risikoreiche Drogenkonsum. Dieser wird in Österreich vom Opioidkonsum (u.a. Heroin) dominiert. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in Österreich 35.000 bis 38.000 Menschen einen risikoreichen Opioidkonsum - Großteils in Form von Mischkonsum - haben. Der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Anstieg dieser Prävalenzrate ist allerdings in erster Linie auf den chronischen Charakter der Opioidabhängigkeit und das lange Überleben abhängiger Personen zurückzuführen.

Rund die Hälfte der Personen mit risikoreichem Opioidkonsum befindet sich den aktuellsten Schätzungen zufolge in Substitutionsbehandlung, 2018 waren das 19.216 Personen. Österreichweit werden rund drei Viertel aller Substitutionsbehandlungen von Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern durchgeführt.

Intravenös Drogenkonsumierende tragen ein hohes Risiko für Infektionen mit Hepatitis C, sagte Ilonka Horvath, Leiterin des österreichischen Focalpoint im REITOX-Netzwerk der europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD). Zur Reduktion dieses Risikos ist der Spritzentausch als Präventionsmaßnahme zentral.

Die Anzahl der drogenbezogenen Todesfälle ist leicht gestiegen. Daraus lässt sich jedoch kein Trend ableiten, betonte Busch. Im Jahr 2018 starben insgesamt 184 Personen an einer Überdosierung. Der Anteil der jungen Personen, die an einer Überdosierung starben, pendelte sich in den vergangenen Jahren bei rund 20 Prozent ein, d.h. die Ergebnisse bezüglich drogenbezogener Todesfälle lassen auf einen Rückgang bzw. eine Stagnation des risikoreichen Opioidkonsums in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen schließen.

Barbara Gegenhuber
Barbara Gegenhuber plädiert unter anderem dafür, dass man in der Suchttherapie verstärkt Rücksicht auf männliche und weibliche Aspekte der Suchtgeschichte nimmt: „Man weiß durchaus, dass es bestimmte Faktoren bei Männern und Frauen gehäuft gibt."
Sven Gilmore
„Das Abstinenzparadigma ist schwierig und Gott sei Dank auch nicht mehr State of the art. Dazu sage ich immer: Man nehme jemandem seine Krücke weg und schicke ich ihn mit zwei gebrochenen Beinen wieder hinaus in dieselbe Situation, aus der er kommt. Das kann nicht funktionieren."
„Mit Verboten kann man diesem Bedürfnis nach Rausch, das dem Menschen, egal wo, innewohnt, nicht beikommen. Man kann Substanzen eingrenzen, das ja, derartige Reglementierungen machen Sinn, siehe Opioide in den USA. Eine Regulation bringt also natürlich etwas als ein Teil einer Strategie, aber das ist etwas anderes als Prohibition und Totalverbot."