Brustkrebs

Noch genauere Früherkennung durch Artifical Intelligence mit 3D Tomosynthese

Im Diagnosezentrum Wien-Donaustadt kommt seit kurzem die Mammografie mittels 3D-Tomosynthese mit Künstlicher Intelligenz zum Einsatz. Die Innovation kann eine deutlich höhere Auflösung der Diagnosebilder erzeugen und bringt damit mehr Sicherheit in der Diagnostik von Brustkrebs.

red

Weltweit wird diese Technik erst in einigen wenigen Brustkrebszentren eingesetzt. Die 3D Tomosynthese bietet einen Millimeter dünne Schnittbilder pro Brust mit einer Auflösung von 0,085 Millimetern, eine bislang unübertroffene Genauigkeit. Die Auswertung über Künstliche Intelligenz wurde an mehr als einer Million Bilder angewandt – „eine Anzahl, dke wohl kein Radiologe in seinem Leben jemals zu Gesicht bekommen kann“, wie Friedrich Vorbeck, Radiologe und stellvertretender ärztlicher Leiter des Diagnosezentrums, betont.

Für die Patientinnen ergibt sich damit eine Reihe von Vorteilen: „Wir können noch verlässlicher und genauer Karzinome erkennen beziehungsweise auch ausschließen.“ Zudem erübrige sich eine nachfolgende Ultraschalluntersuchung für die meisten beschwerdefreien Frauen. Sie könnten sofort nach der Untersuchung gehen „und sind somit nur 15 Minuten bei uns in der Ordination“, so Vorbeck, der hier wörtlich von einer „Revolution“ beim Brustkrebs-Screening spricht.

Erfolg Artifical Intelligence Auswertung wissenschaftlich belegt 

An der schon bisher standardmäßig ausgeübten unabhängigen Doppelbefundung durch zwei Fachärzte für Radiologie ändert die Artifical Intelligence-Auswertung mit 3D-Tomosynthese übrigens nichts. Sie wird trotzdem weiter praktiziert, „es ist somit ein Nachteil für die Patientinnen durch den verbesserten technischen Einsatz auszuschließen“, sagt Vorbeck.

Den Erfolg der Artifical Intelligence Auswertung belegen auch zwei aktuelle Studien, die Anfang 2019 im Journal of the National Cancer Institute beziehungsweise in Radiology erschienen sind. Demnach wurde bei insgesamt 2.892 Patientinnen von 115 Radiologen ein signifikant schlechteres Ergebnis ohne 3D-Tomosynthese erzielt. Vorbeck: „Es wurden also Karzinome nicht entdeckt, die mit der neuen Technologie sehr wohl gesehen wurden.“
 

Breast cancer cells (blue) associate with glutamate-secreting neurons (red) to stimulate NMDA receptor-mediated signaling (green) of tumor growth (STED super-resolution microscopy).
Die Technik, die im Diagnosezentrum Wien-Donaustadt zum Einsatz kommt, bedeutet für die Patientinnen eine deutlich höhere Auflösung der Bilder und damit mehr Sicherheit in der Diagnostik von Brustkrebs.​​​​​​​
W. Jiao and Q. Zeng (EPFL)