Gesundheitspolitik

Montgomery Bundesärztekammer
Sterbehilfe

Bundesärztekammer-Präsident plädiert für Beibehaltung des Verbots

Seit dreieinhalb Jahren ist in Deutschland die sogenannte geschäftsmäßige Sterbehilfe verboten. Ende 2015 beschloss der Bundestag nach langen und kontroversen Debatten eine Neuregelung, die bis heute umstritten ist.

Tiroler Experten setzen auf Aufklärung statt generelle Impfpflicht

Impfexperten der Landessanitätsdirektion Tirol und der Medizinischen Universität Innsbruck haben sich gegen eine generelle Impfpflicht ausgesprochen. Wichtiger sei es mit Fakten auf wissenschaftlichen Homepages an die Vernunft der Menschen zu appellieren, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Sanktionen bei Nicht-Impfung, etwa bei Ärzten, seien aber legitim.

Deutscher Impfexperte gegen Masern-Impfpflicht

Der Impfexperte des staatlichen deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Ole Wichmann, hält eine Pflicht zur Impfung gegen Masern nicht für sinnvoll. Bei Masern gebe es vor allem Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sagte Wichmann am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. „Die großen Impflücken sind eher in höherem Alter."

low carb
OGH-Beschluss stellt fest

Ernährungs-Beratung und -Therapie bei Erkrankungen ausschließlich durch Diaetologen und Ärzte

Diaetologen sind die einzige Berufsgruppe im Bereich der Ernährungsberatung, die neben Ärzten und auf ärztliche Anordnung kranke und krankheitsverdächtige Menschen (z.B. bei Diabetes, Krebs, Adipositas u.a. Krankheiten) ernährungstherapeutisch beraten und behandeln darf.

Opioide

Experten: Kein Überschwappen von US-Krise nach Europa

In den USA gibt es eine „Opioid-Krise“. Zwei Drittel der jährlich rund 70.000 Drogentoten sterben dort an rezeptpflichtigen Opiat-Schmerzmitteln oder illegalen Opiaten wie Heroin. Doch diese Problematik betrifft die USA. Die Situation in Europa und in Österreich ist ganz anders, stellen Fachleute fest. Knackpunkt sind offenbar die unterschiedlichen Strategien in der medizinischen Behandlung.

Sabine Nikolaus Boehringer Ingelheim
Boehringer Ingelheim

Zeit der großen „Blockbuster" vorbei

Der Fokus der Medizin wird künftig nach Einschätzung der neuen Deutschland-Chefin von Boehringer Ingelheim auf individualisierten Therapien liegen. Der Trend gehe in Richtung differenzierterer Ansätze, so Sabine Nikolaus. Krebserkrankungen etwa würden immer „tumorspezifischer" und exakter auf den einzelnen Patienten abgestimmt bekämpft.

Ebola

WHO verzichtete auf Ausrufen einer internationalen Notlage

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zunächst darauf verzichtet, wegen des grassierenden Ebola-Virus im Kongo eine „gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" auszurufen. Damit folge er einer Empfehlung eines Expertengremiums, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Impfen
Ungarn

Kindesentzug bei Verweigerung der Impfpflicht möglich

Ein strenges Urteil hat das ungarische Verfassungsgericht hinsichtlich der Einhaltung der Impfpflicht gefällt, berichteten Medien am Freitag.

Alte Frau

Vorarlberger Landesregierung will Langzeitpflege attraktiver machen

Vorarlberg braucht in den nächsten zehn Jahren laut einer Bedarfsprognose 400 zusätzliche Pflegekräfte. Dieser Mehrbedarf sei „gut beherrschbar“, das bestätige ein Monitoringbericht, so die Landesregierung.

US-Richter forderte Bayer zur Mediation in Glyphosat-Prozessen auf

Nach zwei Niederlagen in Prozessen um angebliche Krebsrisiken von Produkten der Tochter Monsanto soll der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer nach einer gütlichen Einigung mit Klägern suchen. US-Richter Vince Chhabria, bei dem mehrere Hundert Klagen von Bauern, Gärtnern und Konsumenten gebündelt sind, forderte Bayer und Kläger in einer Anweisung vom Donnerstag auf, einen Mediator einzuschalten.

Nach Warnstreik der Klinikärzte neues Angebot der kommunalen Arbeitgeber

Im Tarifstreit um bessere Arbeitsbedingungen für die Ärzte an den kommunalen Kliniken haben die Arbeitgeber ein neues Angebot vorgelegt. Zwei Tage nach den ersten Warnstreiks stellte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) der Ärztegewerkschaft am Freitag die dauerhafte Absicherung des Tarifvertrags für die Ärzte in Aussicht.

 

Rauchen, Aschenbecher

Parteien sollen Verbindungen zur Tabakindustrie offenlegen

Die Offenlegung ihrer Verbindungen zur Tabakindustrie fordern Gesundheitsexperten in einem offenen Brief von Regierung und Parlamentsparteien. Anlass ist ein „profil"-Bericht wonach das von Nationalbank-Vizepräsidentin Barbara Kolm geleitete „Austrian Economics Center" Spenden von zwei Tabakkonzernen erhalten habe. Von der FPÖ war Kolm in den Gesundheitsausschuss zu „Don't Smoke" geladen worden.

Deutschland

Kassenpatienten sollen schneller an Termine kommen

Für Kassenpatienten in Deutschland soll es künftig leichter werden, schneller an Arzttermine zu kommen - durch mehr Sprechstunden und neue Vermittlungsangebote. Der Bundesrat ließ am Freitag ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz passieren.

Wiener Linien verzichten auf Einsatz von Glyphosat

Zur Unkrautbekämpfung auf den Gleisen setzt man stattdessen auf händisches Entfernen des Unkrauts in den Nachtstunden. „Die Wiener Linien gehen mit gutem Beispiel voran. Doch es braucht endlich ein nationales Verbot, das Bundeskanzler (Sebastian, Anm.) Kurz bereits 2017 vollmundig angekündigt hat", so Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).

 

Masern

Erster bestätigter Fall in Vorarlberg

Ein Volksschulkind in Vorarlberg ist an Masern erkrankt und damit der erste bestätigte Fall in Vorarlberg in diesem Jahr.

Schweiz

Pharmafirmen zahlten 2017 über 160 Millionen an Ärzte und Spitäler

Die Pharmaindustrie verteilt viel Geld an Ärzte und Spitäler. Innerhalb von drei Jahren ist diese Summe von 141 Millionen Franken (2015) auf fast 163 Millionen (2017) gestiegen. Deutschland und Österreich haben gegenüber der Schweiz noch einen gewissen Nachholbedarf in puncto Transparenz. In beiden Ländern liegt die Offenlegungsquote bei 20 bis 30 Prozent.